Ruhiger See statt Adriaküste, Baden in der Cijevna und zum Abschluss Kotor: Montenegro überraschte uns vor allem abseits der klassischen Badeorte.
Das erwartet euch in diesem Beitrag:
Lohnt sich Montenegro mit Kindern?
Für uns definitiv – auch wenn wir Montenegro auf unserem Balkan-Roadtrip nur in zwei Etappen kennengelernt haben. Auf dem Weg von Bosnien nach Albanien verbrachten wir eine Nacht direkt am Slano jezero bei Nikšić, machten Halt an der Cijevna und fuhren anschließend weiter nach Albanien. Auf dem Rückweg führte uns unsere Route noch einmal durch Montenegro und dieses Mal nach Kotor.
Unsere Kinder waren damals fünf und sieben Jahre alt und gerade die Mischung funktionierte für uns richtig gut: viel Natur und Wasser am Slano jezero, ein kurzer Badestopp an der Cijevna und später die verwinkelten Gassen von Kotor. Besonders überrascht hat uns das Landesinnere. Der Slano-See war überhaupt kein Ort, den wir vor unserer Reise groß auf dem Radar hatten – und genau dort wären wir rückblickend gerne länger geblieben.
Kotor zeigte uns dagegen die touristischere Seite Montenegros. Die Stadt gefiel uns richtig gut, gleichzeitig merkten wir dort im Juli deutlich, dass wir mitten in der Hauptreisezeit unterwegs waren.
Dieser Beitrag ist Teil unseres großen Reiseberichts Balkan-Roadtrip mit Kindern: 17 Tage mit dem VW Bus. Dort findet ihr unsere komplette Route durch Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Albanien, Kroatien und Slowenien.

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Montenegro mit Kindern auf einen Blick
Reisezeit: Juli
Alter unserer Kinder: 5 & 7 Jahre
Reiseart: Roadtrip mit VW Bus
Unsere Stopps: Slano jezero – Cijevna/Niagara Falls – Kotor
Übernachtung: Salt Lake Villas am Slano jezero
Unser Highlight: Slano jezero
Schönste Stadt: Kotor
Währung: Euro
Was würden wir anders machen?
Eine zusätzliche Nacht am Slano jezero und in der Hauptsaison eine Unterkunft bzw. einen Campingplatz bei Kotor reservieren
Montenegro gehört nicht zur EU und auch nicht zur Eurozone, verwendet aber den Euro als Währung. Für uns war das auf dem Roadtrip besonders praktisch, weil wir Preise direkt einschätzen konnten und nichts umrechnen mussten.
Welche Route sind wir durch Montenegro gefahren?
Wir kamen von Bosnien und Herzegowina nach Montenegro und fuhren zuerst Richtung Nikšić. Westlich der Stadt liegt der Slano jezero (Slano-See), wo wir in den Salt Lake Villas übernachteten.
Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Podgorica. Dort machten wir einen Zwischenstopp bei den sogenannten Niagara Falls an der Cijevna und anschließend noch bei einer kleinen Badestelle am Fluss. Danach wählten wir nicht den großen Grenzübergang Richtung Shkodra, sondern fuhren über den kleineren Grenzübergang Zatrijebačka Cijevna–Grabon nach Albanien.
Erst einige Tage später kamen wir wieder nach Montenegro. Nachdem unsere geplante Bootstour zum Shala River in Albanien wegen Gewittern ausgefallen war, änderten wir spontan unsere Route und fuhren nach Kotor. Unsere Montenegro-Route bestand damit aus zwei ganz unterschiedlichen Etappen:
Bosnien → Slano jezero/Nikšić → Cijevna → Albanien
und später
Albanien → Kotor → Kroatien
Gerade diese Kombination gefiel uns: Beim ersten Teil erlebten wir vor allem die ruhigere Natur, beim zweiten mit Kotor eines der bekanntesten Reiseziele des Landes.
Vor Montenegro waren wir vier Nächte in Bosnien und Herzegowina unterwegs. Unsere Stopps rund um Jajce, Ramsko Jezero, Mostar und Stolac findet ihr ausführlich in Bosnien mit Kindern – unsere Route, Highlights & Tipps.

Slano jezero mit Kindern: unser Lieblingsstopp in Montenegro
Der Slano jezero liegt westlich von Nikšić und ist kein natürlicher See, sondern ein Stausee. Laut dem offiziellen montenegrinischen Wasserregister umfasst der Speichersee rund 7,8 Quadratkilometer und dient der Wasserkraftnutzung. Das war für uns vor Ort allerdings gar nicht das Entscheidende. Uns begeisterte vor allem die Ruhe.
Unsere Unterkunft lag unmittelbar am Wasser und rundherum war bei unserem Besuch kaum etwas los. Nach mehreren Nächten auf Campingplätzen und einigen Fahrtagen war das genau das, was wir brauchten. Wir konnten direkt am See baden und mit dem SUP losfahren. Es gab kein großes Besichtigungsprogramm, keinen Freizeitpark und auch keine Liste mit Sehenswürdigkeiten, die wir unbedingt abhaken wollten.
Und genau deshalb funktionierte der Stopp mit unseren Kindern so gut. Wir kamen an, packten die Badesachen aus und verbrachten unsere Zeit einfach am Wasser. Rückblickend gehört der Slano-See sogar zu den Orten unserer gesamten Balkan-Reise, an denen wir gerne länger geblieben wären.

Wie lange würden wir am Slano jezero bleiben?
Wir hatten nur eine Nacht eingeplant. Heute würden wir ziemlich sicher zwei Nächte daraus machen. Nicht, weil man zwei Tage für Sehenswürdigkeiten braucht, sondern weil dieser Ort perfekt dazu geeignet war, das Tempo aus dem Roadtrip zu nehmen.
Wer wie wir mehrere Länder hintereinander bereist und viel Zeit im Auto verbringt, weiß solche Stopps irgendwann besonders zu schätzen.
Unsere Unterkunft am Slano jezero: Salt Lake Villas
Bei den Salt Lake Villas hatten wir eine unserer wenigen Unterkünfte des gesamten Balkan-Roadtrips bereits vor Reisebeginn reserviert. Nach mehreren Nächten im VW Bus freuten wir uns ehrlich gesagt auf etwas mehr Platz, ein richtiges Badezimmer und ein bisschen Komfort. Schon bei der Ankunft wussten wir: Die Entscheidung war gut.


Die Apartments liegen direkt am Slano-See und bieten entsprechend schöne Ausblicke aufs Wasser. Zur aktuellen Ausstattung gehören unter anderem Küche bzw. Küchenzeile, Klimaanlage, eigenes Badezimmer, Terrasse und kostenfreie Parkmöglichkeiten. Angeboten werden außerdem Aktivitäten wie Kanufahren und Angeln (kostenfrei auszuleihen); auch ein privater Zugang zum Wasser gehört zur Unterkunft.
Für uns war vor allem die Lage entscheidend. Wir mussten mit den Kindern nicht erst ins Auto steigen, um irgendwo baden oder paddeln zu können. Genau diese Kombination aus Natur und etwas Komfort mögen wir auf längeren Camping-Roadtrips besonders gerne.


Wir würden die Salt Lake Villas jederzeit wieder buchen. Besonders gefallen haben uns die ruhige Lage direkt am Wasser und die Möglichkeit, ohne zusätzliche Fahrt einfach baden oder mit dem SUP loszufahren. Wenn ihr euch die Unterkunft genauer ansehen möchtet, könnt ihr hier die Salt Lake Villas bei Booking.com ansehen.
Lohnen sich die Niagara Falls an der Cijevna mit Kindern?
Nach unserer Nacht am Slano jezero fuhren wir weiter Richtung Albanien und planten einen Zwischenstopp bei den Niagara Falls an der Cijevna ein. Der Name weckt natürlich gewisse Erwartungen. Als wir dort ankamen, war vom Wasserfall allerdings fast nichts zu sehen. Wir waren im Juli unterwegs und die Cijevna führte an dieser Stelle bei unserem Besuch so wenig Wasser, dass der eigentliche Wasserfall praktisch verschwunden war.
Das ist im Sommer nicht ungewöhnlich. Auch offizielle Informationen der Stadt Podgorica beschreiben den Wasserfall in den Sommermonaten als deutlich wasserärmer. Deshalb unser wichtigster Tipp:
Wenn ihr die Niagara Falls besuchen möchtet, schaut vorher nach dem aktuellen Wasserstand.
Im Hochsommer würden wir für den Wasserfall allein keinen großen Umweg einplanen. Ganz umsonst war unser Stopp aber trotzdem nicht: Direkt an der Cijevna liegt das Restoran Niagara, wo wir zu Mittag gegessen haben. Das Restaurant befindet sich unmittelbar am Fluss und bietet traditionelle Küche in schöner Lage am Wasser. Uns hat das Essen richtig gut geschmeckt und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis fanden wir sehr gut.
So wurde aus unserem eher enttäuschenden Wasserfallbesuch am Ende trotzdem eine richtig angenehme Mittagspause, bevor wir weiter Richtung Albanien fuhren.


Baden an der Cijevna mit Kindern
Nach unserem Stopp bei den Niagara Falls wollten wir die Cijevna noch von einer ganz anderen Seite erleben. Schon vor der Reise hatten wir uns das Caffe Bar CEMI direkt am Fluss als nächsten Halt ausgesucht.
Allein die Fahrt dorthin fanden wir schon richtig schön. Entlang der Cijevna entdeckten wir immer wieder kleine Cafés und Bars direkt am Wasser. Einige davon sahen so gemütlich aus, dass wir am liebsten gleich angehalten hätten. Die Gegend eignet sich also durchaus dafür, spontan nach einem schönen Platz am Fluss Ausschau zu halten und nicht nur ein einziges Ziel anzusteuern.
Wir blieben trotzdem bei unserem ursprünglichen Plan und fuhren weiter zum Caffe Bar CEMI. Das Café liegt direkt im Cijevna-Canyon, teilweise zwischen den Felsen und unmittelbar am Wasser. Zur Anlage gehört auch eine kleine Kiesbadestelle. Genau diese Kombination aus Café, Fluss und felsiger Landschaft machte den Ort für uns so besonders.
Als wir ankamen, war sofort klar, warum die Cijevna im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel ist: Das Wasser wirkte wunderschön klar und leuchtete zwischen den hellen Felsen teilweise richtig türkis. Die Region rund um die Cijevna wird auch offiziell als beliebtes Gebiet zum Baden und Abkühlen an heißen Tagen beschrieben. Natürlich wollten unsere Kinder sofort ins Wasser. Nach der Hitze im Juli war die Abkühlung genau richtig, wobei das Flusswasser deutlich frischer war als das Wasser, das wir zuvor am See hatten.


Ganz so ruhig, wie die Lage auf den ersten Blick vermuten lässt, war es bei unserem Besuch allerdings nicht. Wir waren an einem Wochenende dort und entsprechend viel war los. Gerade rund um die Badestelle und das Café waren viele andere Besucher unterwegs. Deshalb blieben wir nicht ganz so lange, wie wir ursprünglich gedacht hatten. Wir gingen kurz baden, genossen die besondere Landschaft und machten uns danach wieder auf den Weg Richtung albanische Grenze.
Unter der Woche würden wir diesen Stopp beim nächsten Mal bevorzugen. Dann könnten wir uns gut vorstellen, hier länger zu bleiben, etwas zu trinken und mit den Kindern in Ruhe am Fluss zu entspannen.
Unser Tipp ist deshalb, bei der Fahrt durch das Cijevna-Tal die Augen offen zu halten. Das Caffe Bar CEMI ist ein schönes Ziel, aber schon unterwegs kamen wir an mehreren Cafés und Bars direkt am Fluss vorbei, die ebenfalls sehr einladend aussahen. Wer flexibel unterwegs ist, findet entlang der Strecke durchaus mehrere Möglichkeiten für eine Pause am Wasser.
Gut zu wissen zum Caffe Bar CEMI
- Saison: Das Café wird saisonal betrieben; aktuelle Öffnungszeiten würden wir deshalb vor der Anfahrt noch einmal prüfen.
- Lage: direkt im Cijevna-Canyon am Fluss
- Baden: bei unserem Besuch problemlos möglich
- Ufer: kleine Kiesbadestelle und felsige Bereiche
- Wassertemperatur: auch im Sommer angenehm frisch
- Für Kinder: für unsere Kinder ein schöner Badestopp; am Wasser natürlich immer entsprechend aufpassen
- Besucher: am Wochenende war bei uns relativ viel los
- Beste Zeit aus unserer Sicht: eher unter der Woche, wenn ihr es ruhiger mögt

Unser Grenzübergang von Montenegro nach Albanien
Für die Weiterfahrt zum Shkodra-See zeigte uns die Navigation verschiedene Möglichkeiten. Wir entschieden uns für den kleineren Grenzübergang Zatrijebačka Cijevna–Grabon. Der Übergang zwischen Montenegro und Albanien wurde 2021 als gemeinsamer Grenzübergang eröffnet. Auch die offizielle Tourismusseite Montenegros führt Cijevna Zatrijebačka als Straßen-Grenzübergang nach Albanien.
Bei uns war dort wenig los. Wir warteten ungefähr 20 Minuten, bis wir die Grenze passiert hatten. Danach folgte auf albanischer Seite eine der landschaftlich schönsten Strecken unseres gesamten Roadtrips: kurvige Straßen, Berge und immer wieder richtig schöne Ausblicke.
Wenn ihr wissen möchtet, wie unsere Reise anschließend weiterging, findet ihr unsere komplette Route in Albanien mit Kindern: Unsere Route & Erfahrungen.
Wie hat uns Kotor mit Kindern gefallen?
Einige Tage später kamen wir ein zweites Mal nach Montenegro. Unser eigentlich geplanter Ausflug zum Shala River in Albanien war wegen angekündigter Gewitter ausgefallen. Deshalb entschieden wir spontan, Albanien früher zu verlassen und Richtung Kotor zu fahren.
Schon die Anfahrt war beeindruckend. Wir kamen über die Berge und blickten von oben auf die Bucht von Kotor. Unterwegs hielten wir bei einem Café mit Aussicht und genossen das Panorama. Landschaftlich war die Strecke wunderschön.
Verkehrstechnisch eher weniger. Bei unserer Fahrt im Juli war sehr viel los und die Straße wurde zwischendurch sogar rund eine Stunde gesperrt. Dadurch dauerte die Fahrt wesentlich länger als geplant. Mit zwei Kindern im Auto verliert selbst die schönste Aussicht irgendwann etwas von ihrem Zauber.

Die Altstadt von Kotor mit Kindern
Unten in Kotor angekommen, fanden wir einen Parkplatz am Wasser, von dem wir ungefähr zehn Minuten zu Fuß bis in die Altstadt brauchten. Für uns war die Lage praktisch, weil wir den VW Bus dort unkompliziert abstellen und Kotor zu Fuß erkunden konnten.
Grundsätzlich wäre es auf diesem Parkplatz auch möglich gewesen, mit dem Camper über Nacht stehen zu bleiben. Wir überlegten kurz, ob wir das machen sollten. Obwohl der Platz direkt am Wasser lag, hatte er für uns aber nicht genug Flair, um dort wirklich übernachten zu wollen. Für ein paar Stunden zum Stadtbesuch war er völlig in Ordnung, als Schlafplatz konnten wir ihn uns persönlich jedoch nicht so gut vorstellen.
Also gingen wir zu Fuß weiter Richtung Altstadt – und die gefiel uns sofort. Schon beim Betreten änderte sich die Atmosphäre komplett: enge Gassen, alte Steinhäuser, kleine Plätze, Kirchen und dazwischen Restaurants und Cafés. Wir hatten keinen fixen Plan. Stattdessen ließen wir uns einfach durch die Gassen treiben, schauten immer wieder in kleine Seitengassen und gingen etwas essen.


Die Natur- und kulturhistorische Region von Kotor gehört seit 1979 zum UNESCO-Welterbe. Dabei umfasst das Welterbe nicht nur die Altstadt von Kotor, sondern einen größeren Teil der inneren Bucht. Besonders prägend sind die historischen Städte und Siedlungen mit ihren Kirchen, Palästen und Befestigungsanlagen – und vor allem ihr Zusammenspiel mit der außergewöhnlichen Landschaft zwischen Bucht und steil aufragenden Bergen.
Für uns war aber weniger eine einzelne Sehenswürdigkeit das Highlight als die Stadt als Ganzes. Wir mochten die Atmosphäre in den Gassen und die besondere Kulisse rund um die Bucht.
Warum wir nicht in Kotor übernachtet haben
Eigentlich wollten wir nach unserem Stadtbummel in oder bei Kotor bleiben. Das Problem: Wir waren spontan unterwegs – und es war Juli. Die für uns passenden Campingplätze waren voll und auch bei den kurzfristig verfügbaren Unterkünften fanden wir nichts, was für uns gepasst hätte.
Also blieb uns nichts anderes übrig, als am Abend weiter Richtung Kroatien zu fahren. Das war schade. Denn Kotor hätten wir gerne auch am Abend und am nächsten Morgen erlebt. Hier würden wir unsere sonst so geliebte Spontanität beim nächsten Mal tatsächlich etwas einschränken.
In der Hauptsaison würden wir bei Kotor einen Schlafplatz früher suchen oder sogar reservieren.
Die offizielle Tourismusseite Montenegros weist ebenfalls auf sommerlichen Verkehr und enge Straßen in der Bucht hin; bei einzelnen Campingplätzen rund um Kotor wird in der Sommersaison sogar empfohlen, Camper stehen zu lassen und öffentliche Verkehrsmittel oder Taxis zu nutzen.


Wie ist Autofahren in Montenegro mit Kindern?
Beim Autofahren in Montenegro waren wir ehrlich gesagt wieder einmal positiv überrascht. Schon in Bosnien hatten wir vor der Reise mit deutlich schlechteren Straßen gerechnet – und auch in Montenegro zeigte sich auf unserer Route ein ähnliches Bild.
Mit unserem VW Bus waren alle Strecken, die wir gefahren sind, problemlos machbar. Die Straßen rund um Nikšić, auf dem Weg zum Slano jezero, weiter Richtung Podgorica und Cijevna sowie später bei unserer Fahrt nach Kotor empfanden wir insgesamt als gut. Wir hatten auf unserer Route nie das Gefühl, auf besonders schlechten oder ungeeigneten Straßen unterwegs zu sein.
Gerade weil Montenegro sehr bergig ist, hatten wir vorher mit wesentlich mehr schwierigen Straßen gerechnet. Natürlich gab es immer wieder Kurven, Steigungen und schmalere Abschnitte. Für uns gehörte das aber eher zum Roadtrip dazu und war mit unserem VW Bus gut zu fahren.
Wichtig ist trotzdem: Unsere Erfahrung bezieht sich auf unsere konkrete Route. Daraus würden wir nicht ableiten, dass in Montenegro jede Neben- oder Bergstraße denselben Standard hat. Das österreichische Außenministerium weist darauf hin, dass der Straßenzustand in Montenegro regional unterschiedlich sein kann und empfiehlt insbesondere auf schlechter beleuchteten Straßen sowie bei Dunkelheit erhöhte Aufmerksamkeit.
Gerade auf längeren Roadtrips planen wir Fahrzeiten inzwischen bewusst großzügig und suchen vorab mögliche Pausen entlang der Strecke. Was sich bei uns auf langen Etappen bewährt hat, haben wir in Lange Autofahrt mit Kindern – unsere Tipps für entspannte Reisen gesammelt.

Wie sicher ist Montenegro mit Kindern?
Wir haben uns in Montenegro während unseres gesamten Aufenthalts sehr sicher gefühlt. Das galt sowohl für unsere Unterkunft am Slano jezero als auch für unsere Stopps an der Cijevna und unseren Besuch in Kotor. Wir hatten weder beim Campen beziehungsweise Übernachten noch beim Herumlaufen in den Städten oder bei unseren Badestopps irgendeine Situation, in der wir uns unwohl gefühlt hätten.
Gerade mit Kindern achtet man auf einem Roadtrip automatisch etwas stärker darauf, wie sich ein Ort anfühlt. Bei uns war Montenegro diesbezüglich völlig unkompliziert.
Auch die aktuelle Reiseinformation des österreichischen Außenministeriums stuft Montenegro mit Sicherheitsstufe 1 und einem guten Sicherheitsstandard ein. Das bedeutet natürlich nicht, dass man auf die üblichen Vorsichtsmaßnahmen verzichten sollte. Wertsachen würden wir wie überall nicht offen im Fahrzeug liegen lassen und an sehr touristischen Orten wie Kotor entsprechend auf unsere Sachen achten.
Was würden wir beim nächsten Mal anders machen?
1. Zwei Nächte am Slano jezero bleiben
Unsere eine Nacht bei den Salt Lake Villas war zu kurz. Gerade weil dort nicht viel Programm notwendig ist, würden wir bewusst einen ganzen zusätzlichen Tag einplanen.
Ausschlafen, baden, SUP fahren und einfach einmal nichts besichtigen – auf einem längeren Roadtrip ist das manchmal mehr wert als die nächste Sehenswürdigkeit.
2. Bei Kotor nicht bis zum Abend mit der Schlafplatzsuche warten
Normalerweise lieben wir es, auf Roadtrips flexibel zu bleiben. Bei Kotor hat uns das im Juli allerdings eingeholt. Beim nächsten Sommer-Roadtrip würden wir spätestens ein paar Tage vorher schauen, wo wir übernachten möchten. So hätten wir Kotor wesentlich entspannter genießen können.
3. Mehr vom Landesinneren entdecken
Was wir beim nächsten Montenegro-Roadtrip außerdem ändern würden: mehr Zeit für das Landesinnere einplanen.
Auf unserer Reise haben wir mit dem Slano jezero zwar schon eine ruhigere Seite Montenegros kennengelernt, aber gerade die Bergregionen haben wir praktisch ausgelassen. Ganz oben auf unserer Liste würde deshalb der Durmitor-Nationalpark stehen. Der Nationalpark gehört zum UNESCO-Weltnaturerbe und ist vor allem für seine Berglandschaft, Gletscherseen und die Tara-Schlucht bekannt.

Unsere Tipps für Montenegro mit Kindern
- Slano jezero nicht nur als Zwischenstopp sehen: Wenn ihr gerne am Wasser seid, würden wir zwei Nächte einplanen.
- Bei den Niagara Falls vorher den Wasserstand prüfen: Im Hochsommer kann der Wasserfall deutlich weniger spektakulär sein als auf vielen Bildern.
- Badesachen griffbereit halten: Sowohl am Slano-See als auch an der Cijevna ergaben sich bei uns spontan Möglichkeiten zum Baden.
- Für Kotor im Sommer mehr Zeit einplanen: Starker Verkehr kann die Fahrt deutlich verlängern.
- In der Hauptsaison bei Kotor früher nach einer Unterkunft suchen: Unsere spontane Suche im Juli ging schief.
- Kleinere Grenzübergänge prüfen: Zatrijebačka Cijevna–Grabon funktionierte bei uns sehr gut – trotzdem würden wir Öffnung und aktuelle Einreisebedingungen immer kurz vor der Fahrt kontrollieren.
- Nicht nur an die Adriaküste denken: Unser persönlicher Lieblingsort in Montenegro lag nicht am Meer, sondern am Slano jezero.
Was hat uns an Montenegro mit Kindern gefallen – und was weniger?
Das hat uns gefallen
- Slano jezero als sehr ruhiger Stopp mitten im Roadtrip
- Salt Lake Villas direkt am Wasser
- Baden und SUP ohne große Planung
- Landschaft rund um die Bucht von Kotor
- Kotor mit seinen kleinen Gassen und Plätzen
- Cijevna als spontaner Badestopp
- Euro als Zahlungsmittel
Das solltet ihr wissen
- Die Niagara Falls können im Sommer sehr wenig Wasser führen.
- Rund um Kotor kann es in der Hauptsaison sehr voll werden.
- Unsere spontane Schlafplatzsuche bei Kotor war im Juli erfolglos.
- Fahrzeiten können sich durch Verkehr deutlich verlängern.
- Wir haben nur einen kleinen Teil Montenegros gesehen und können deshalb beispielsweise Durmitor, Budva oder die montenegrinische Seite des Skadar-Sees nicht aus eigener Erfahrung beurteilen.
Gerade der letzte Punkt ist uns wichtig: Wir möchten nur Orte empfehlen, die wir tatsächlich selbst besucht haben.


FAQ zu Montenegro mit Kindern
Ist Montenegro für einen Roadtrip mit Kindern geeignet?
Für unsere Art zu reisen ja. Die Kombination aus Seen, Flüssen, Bergen und historischen Städten gefiel uns mit unseren fünf- und siebenjährigen Kindern richtig gut.
Was war unser schönster Ort in Montenegro?
Für uns überraschend der Slano jezero bei Nikšić. Die Ruhe, der See und unsere Unterkunft direkt am Wasser machten den Stopp besonders.
Wie viele Tage sollte man für Montenegro mit Kindern einplanen?
Das hängt stark von der Route ab. Für unsere Stopps würden wir rückblickend mindestens zwei Nächte am Slano jezero sowie eine Nacht bei Kotor einplanen. Für eine vollständige Montenegro-Rundreise braucht ihr natürlich deutlich mehr Zeit.
Lohnt sich der Slano-See mit Kindern?
Für Familien, die gerne baden, paddeln und ruhige Orte mögen, hat er uns sehr gut gefallen. Wir würden beim nächsten Mal sogar länger bleiben.
Kann man im Slano jezero baden?
Wir waren dort im Juli baden und konnten direkt von unserer Unterkunft ins Wasser. Auch mit dem SUP waren wir auf dem See unterwegs.
Sind die Niagara Falls bei Podgorica einen Besuch wert?
Das hängt stark vom Wasserstand ab. Bei unserem Besuch im Juli führte der Wasserfall praktisch kein Wasser. Wir würden deshalb vor der Anfahrt prüfen, wie die Situation aktuell aussieht.
Ist Kotor mit Kindern sehenswert?
Uns hat Kotor richtig gut gefallen. Gerade für einen entspannten Stadtbummel fanden wir die Altstadt mit unseren fünf- und siebenjährigen Kindern angenehm. Wir würden allerdings in der Hauptsaison genügend Zeit für Anfahrt und Parkplatzsuche einplanen.
Braucht man in Montenegro Euro?
Montenegro verwendet den Euro als Zahlungsmittel, obwohl das Land nicht Mitglied der EU oder der Eurozone ist.
Muss man bei Kotor im Sommer eine Unterkunft reservieren?
Nicht zwingend – aus unserer eigenen Erfahrung würden wir es aber zumindest in Betracht ziehen. Wir fanden bei unserer spontanen Suche im Juli weder auf den für uns passenden Campingplätzen noch bei den kurzfristig verfügbaren Unterkünften etwas Passendes.
Würden wir Montenegro noch einmal mit Kindern bereisen?
Ja. Gerade weil wir nur einen kleinen Teil des Landes gesehen haben. Beim nächsten Mal würden wir mehr Zeit für Montenegro einplanen, mindestens zwei Nächte am Slano jezero bleiben und Kotor mit einer fixen Übernachtung verbinden.

Unser Fazit: Montenegro mit Kindern
Montenegro war auf unserem Balkan-Roadtrip eigentlich eher als Durchreiseland eingeplant – und genau das würden wir heute anders machen. Vor allem der Slano jezero zeigte uns eine Seite des Landes, mit der wir vorher überhaupt nicht gerechnet hatten: ruhig, naturnah und perfekt für ein paar entschleunigte Tage mit den Kindern.
Auch Kotor hat uns gefallen. Dort erlebten wir allerdings das komplette Gegenteil: mehr Besucher, mehr Verkehr und im Juli deutlich weniger Spontanität bei der Unterkunftssuche. Gerade diese Unterschiede machten unsere beiden Montenegro-Etappen spannend.
Wenn wir noch einmal einen ähnlichen Roadtrip planen würden, bekäme Montenegro definitiv mehr Zeit. Besonders Familien, die wie wir Wasser, Natur und kleinere Stopps lieben, können wir empfehlen, nicht nur die bekannten Orte an der Adriaküste anzusteuern.
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