Acht Nächte waren wir mit unseren Kindern in Albanien unterwegs – zwischen warmen Seen, Küste, historischen Städten und überraschend ruhigen Plätzen im Landesinneren.
Das erwartet euch in diesem Beitrag:
- Lohnt sich Albanien mit Kindern?
- Unsere Route durch Albanien
- Unsere Stopps mit Kindern
- Küste oder Landesinnere – was hat uns besser gefallen?
- Autofahren in Albanien
- Bezahlen und Kosten
- Essen mit Kindern
- Camping und Freistehen
- Sicherheit
- Was wir heute anders machen würden
- Unsere Tipps für Albanien mit Kindern
- FAQ
Lohnt sich Albanien mit Kindern?
Für uns ganz klar: ja. Allerdings hat uns Albanien teilweise ganz anders begeistert, als wir es vor unserer Reise erwartet hätten. Nicht die bekannten Küstenorte waren unsere Highlights, sondern vor allem das Landesinnere mit seinen Flüssen, Bergen, kleinen Städten und ruhigen Plätzen mitten in der Natur.
Acht Nächte waren wir im Juli mit unseren damals fünf und sieben Jahre alten Kindern in Albanien unterwegs. Wir reisten mit unserem zum Camper umgebauten VW Bus und hatten nur wenig vorgebucht. Dadurch konnten wir unsere Route spontan verändern – und genau das erwies sich in Albanien als großer Vorteil.
Während uns unser erster Eindruck von der Küste eher enttäuschte, wurde unsere Reise spätestens ab Gjirokastra und der Vjosa immer schöner. Berat gefiel uns richtig gut und der Osum Canyon wurde schließlich sogar zu unserem absoluten Highlight des gesamten Balkan-Roadtrips.

Dieser Beitrag ist Teil unseres großen Reiseberichts Balkan-Roadtrip mit Kindern: Unsere Route & Tipps. Dort findet ihr unsere komplette 17-tägige Route durch Bosnien und Herzegowina, Montenegro, Albanien, Kroatien und Slowenien. Wenn ihr selbst mit Camper oder Wohnmobil unterwegs seid, findet ihr in Camping in Albanien mit Kindern alle von uns getesteten Campingplätze, Preise und unsere Erfahrungen mit dem Freistehen.
Albanien mit Kindern auf einen Blick
Reisedauer: 8 Nächte
Reisezeit: Juli
Alter unserer Kinder: 5 & 7 Jahre
Reiseart: Roadtrip mit VW Bus
Übernachtungen: Campingplätze, Freistehen & Unterkünfte
Route: Shkodra-See – Vlora – Piqeras – Saranda – Gjirokastra – Vjosa – Berat – Osum Canyon – Komansee
Unsere Highlights: Osum Canyon, Vjosa, Berat & Shkodra-See
Autofahren: für uns völlig problemlos
Straßenzustand: besser als erwartet
Bezahlen: Bargeld klar im Vorteil
Preisniveau: vor allem im Landesinneren deutlich günstiger als in Österreich
Sicherheit: wir haben uns überall sicher gefühlt
Unser Fazit: Das Landesinnere hat uns wesentlich besser gefallen als die von uns besuchten Küstenregionen.
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Welche Route sind wir durch Albanien mit Kindern gefahren?
Wir kamen von Montenegro und entschieden uns für den kleinen Grenzübergang Zatrijebačka Cijevna – Grabon. Dort war bei unserer Einreise wenig los und nach ungefähr 20 Minuten waren wir über der Grenze.
Bevor wir nach Albanien einreisten, hatten wir bereits den Slano jezero und die Cijevna erkundet. Unsere Stopps, Unterkunft und Erfahrungen findet ihr in Montenegro mit Kindern – unsere Route, Highlights & Tipps.
Schon die erste Strecke in Albanien überraschte uns. Die Straße führte durch eine wunderschöne Berglandschaft Richtung Shkodra-See. Kurvig, teilweise ziemlich einsam und landschaftlich richtig schön – mit so einem Einstieg in Albanien hatten wir gar nicht gerechnet.
Unser erstes Ziel war der Shkodra-See. Von dort fuhren wir weiter Richtung Süden nach Vlora und anschließend an der Küste entlang nach Piqeras. Über Saranda ging es nach Gjirokastra und von dort endlich hinein ins Landesinnere zur Vjosa.
Unsere nächsten Stopps waren Berat und der Osum Canyon. Anschließend mussten wir wieder Richtung Norden und verbrachten unsere letzte Nacht in Albanien beim Agora Farmhouse in der Nähe des Komansees.
| Stopps | Dauer | Unsere Erfahrung |
|---|---|---|
| Shkodra-See | 2 Nächte | Entspannter Start direkt am warmen See |
| Vlora | 1 Nacht | Unser enttäuschendster Stopp in Albanien |
| Piqeras | 1 Nacht | Schöne Lage zwischen Fluss und Meer, Campingplatz mit Abstrichen |
| Saranda | Durchfahrt | Nur durchgefahren – für uns zu dicht bebaut und zu trubelig |
| Gjirokastra | Kurzstopp | Schöne Altstadt, für die wir rückblickend zu wenig Zeit hatten |
| Vjosa | 1 Nacht | Viel Natur, Ruhe und ein richtig schöner Campingplatz am Fluss |
| Berat | 1 Nacht | Unser städtisches Highlight in Albanien |
| Osum Canyon | 1 Nacht | Unser Highlight der gesamten Balkan-Reise |
| Komansee | 1 Nacht | Schöne Übernachtung am Wasser, geplante Shala-River-Tour fiel leider aus |
Unsere Stopps in Albanien mit Kindern
Shkodra-See: Entspannter Start in Albanien
Unsere ersten beiden Nächte in Albanien verbrachten wir im Lake Shkodra Resort direkt am Shkodra-See – und nach den vielen Kilometern der ersten Tage war das genau der richtige Ort, um einmal etwas Tempo aus unserem Roadtrip zu nehmen.
Der Shkodra-See, auch Skadarsee genannt, liegt an der Grenze zwischen Albanien und Montenegro und ist der größte See der Balkanhalbinsel. Seine Fläche schwankt je nach Wasserstand und Jahreszeit deutlich – von etwa 370 bis über 500 km². Der albanische Teil des Sees steht unter Naturschutz und gehört gemeinsam mit dem Fluss Buna zu einem Ramsar-Gebiet von internationaler Bedeutung. Die Region ist besonders für ihre große Artenvielfalt bekannt.


Die weitläufige Anlage liegt direkt am See und besitzt einen eigenen Strand mit direktem Zugang zum Wasser. Neben Stellplätzen für Camper gibt es hier auch andere Übernachtungsmöglichkeiten. Wer ohne Camper unterwegs ist, kann beispielsweise in Chalets bzw. Hütten oder in großen Glamping-Zelten übernachten. Die Chalets verfügen unter anderem über ein eigenes Bad und eine Küche, bei den ausgestatteten Bell Tents werden die Gemeinschaftssanitäranlagen des Resorts genutzt.


Für Familien fanden wir den Platz richtig angenehm. Es gibt einen Spielplatz, Liegen und Sonnenschirme am Strand sowie ein Restaurant direkt auf der Anlage. Dort werden sowohl albanische als auch internationale Gerichte angeboten. Außerdem gibt es unter anderem Tischtennis und weitere Sportmöglichkeiten.
Besonders überrascht waren wir vom See selbst: Das Wasser war im Juli richtig angenehm warm und wir verbrachten entsprechend viel Zeit beim Baden. Unsere Kinder liebten es außerdem, im seichten Wasser nach Muscheln zu suchen – davon gab es hier richtig viele und das Muschelsammeln wurde schnell zu einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen am See. Gerade mit Kindern war es für uns perfekt, dass wir für all das nirgendwo hinfahren mussten. Camper abstellen, Badesachen schnappen und ab zum See – viel mehr Programm brauchten wir an diesen beiden Tagen gar nicht.


Auch deshalb würden wir den Shkodra-See Familien als ersten Stopp nach der Einreise aus Montenegro empfehlen. Für uns war es weniger ein Ort, an dem wir möglichst viele Sehenswürdigkeiten abhaken wollten, sondern vielmehr eine kleine Pause innerhalb unseres Roadtrips.
Zwei Nächte würden wir wieder einplanen. Nach den vielen Fahrtkilometern zuvor tat es uns richtig gut, einmal nicht jeden Morgen weiterzufahren und einfach einen Tag am Wasser zu verbringen.
Vlora: Unser enttäuschendster Stopp in Albanien
Nach zwei entspannten Nächten am Shkodra-See ging es für uns weiter Richtung Süden nach Vlora. Hier hatten wir eines unserer wenigen Hotels auf der Reise bereits vorab gebucht und eigentlich zwei Nächte eingeplant. Wir freuten uns auf ein bisschen Komfort und natürlich auf das Meer – am Ende reisten wir aber schon nach einer Nacht wieder ab.
Die Küstenstadt liegt dort, wo Adriatisches und Ionisches Meer aufeinandertreffen, und ist einer der größeren Badeorte Albaniens. Unser eigener Eindruck war allerdings ernüchternd. Am Strand fanden unsere Kinder Glasscherben, außerdem fiel uns sowohl am Strand als auch im Wasser viel Müll auf. Entspannt mit den Kindern spielen und baden konnten wir dort für unser Gefühl nicht. Auch insgesamt sprang bei Vlora der Funke bei uns nicht über. Deshalb entschieden wir spontan, unseren ursprünglichen Plan zu ändern und bereits am nächsten Morgen weiter Richtung Süden zu fahren.
Vlora würden wir bei einer ähnlichen Route mit Kindern nicht noch einmal als Übernachtungsstopp einplanen. Das ist natürlich nur unsere Erfahrung mit dem von uns besuchten Teil der Stadt und Küste – andere Strände und die weitere Umgebung haben wir nicht erkundet.
Piqeras: Ruhiger zwischen Fluss und Meer
Nach Vlora wurde die Fahrt entlang der albanischen Küste landschaftlich deutlich schöner. Unser nächster Übernachtungsstopp war Piqeras, ein kleiner Ort an der Albanischen Riviera zwischen Himarë und Saranda.
Wir übernachteten am Camping Parknight, der richtig schön an einem kleinen Fluss und nur wenige hundert Meter vom Meer entfernt liegt. Die Lage gefiel uns auf Anhieb: ruhig, grün und deutlich weniger verbaut als die Küstenregionen, durch die wir zuvor gefahren waren. Zum Strand konnten wir zu Fuß gehen und auch die Kinder fanden es toll, zwischen Fluss und Meer unterwegs zu sein.
Der Campingplatz selbst war sehr einfach gehalten. Die schöne Lage konnte für uns allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Sanitäranlagen bei unserem Aufenthalt leider sehr ungepflegt waren. Für eine Nacht war das für uns in Ordnung, länger hätten wir hier aber nicht bleiben wollen.


Trotzdem zeigte uns Piqeras, dass wir die albanische Küste nicht komplett über einen Kamm scheren sollten. Je weiter wir Richtung Süden kamen, desto schöner fanden wir die Landschaft. Zu diesem Zeitpunkt zog es uns aber bereits ins Landesinnere – und genau dort sollten schließlich einige unserer schönsten Albanien-Erlebnisse folgen.
Gjirokastra: Hier hätten wir gerne mehr Zeit gehabt
Gjirokastra war bei uns eigentlich nur als Zwischenstopp auf dem Weg zur Vjosa eingeplant. Im Nachhinein hätten wir hier aber gerne mehr Zeit verbracht. Die historische Altstadt von Gjirokastra gehört zum UNESCO-Welterbe und ist vor allem für ihre traditionellen Steinhäuser und die Architektur aus osmanischer Zeit bekannt. Charakteristisch sind die engen, gepflasterten Gassen, die sich den Hang hinaufziehen.
Wir kamen erst am Abend an, schlenderten durch die Altstadt und rund um den alten Basar und gingen noch gemütlich essen. Die vielen alten Häuser, kleinen Geschäfte und Restaurants gefielen uns auf Anhieb richtig gut. Gerne hätten wir auch noch die Burg von Gjirokastra besucht, die oberhalb der Altstadt thront und einen weiten Blick über die Umgebung bietet. Dafür waren wir an diesem Tag allerdings einfach zu spät dran.
Im Nachhinein würden wir Gjirokastra deshalb nicht mehr nur als kurzen Zwischenstopp einplanen. Hier hätten wir gerne zumindest ein paar Stunden mehr Zeit gehabt.


Vjosa: Endlich wieder Natur und Ruhe
Auf unserem Weg nach Berat legten wir einen Zwischenstopp an der Vjosa ein und übernachteten im Vjosa Paradise, einem kleinen Campingplatz direkt am Fluss. Bei unserer Ankunft waren wir tatsächlich die einzigen Gäste – nach den trubeligeren Tagen an der Küste war die Ruhe hier richtig angenehm.
Der Campingplatz ist einfach gehalten, punktet aber vor allem mit seiner Lage direkt an der Vjosa. Die Kinder konnten am Wasser spielen und plantschen, und wir liehen uns Kanus aus, mit denen wir ein Stück auf dem Fluss unterwegs waren. Viel mehr brauchten wir an diesem Nachmittag eigentlich gar nicht.
Die Übernachtung an der Vjosa war für uns ein schöner Zwischenstopp auf dem Weg nach Berat und gleichzeitig einer der Momente, in denen wir merkten: Das Landesinnere Albaniens gefällt uns deutlich besser als die Küstenregionen, die wir zuvor besucht hatten.


Berat: Unser schönster Stadtstopp
Nach unserer Übernachtung an der Vjosa ging es weiter nach Berat, das für uns zum schönsten Stadtstopp unserer Albanien-Reise wurde. Die historische Altstadt gehört gemeinsam mit Gjirokastra zum UNESCO-Welterbe. Besonders bekannt ist Berat für die vielen weißen osmanischen Häuser, die sich am Hang übereinanderreihen – daher stammt auch der Beiname „Stadt der tausend Fenster“.
Wir entschieden uns spontan, hier eine Nacht in einer festen Unterkunft zu verbringen, und übernachteten in der Villa Starova. Die Lage war für uns perfekt: Wir konnten unseren VW Bus stehen lassen und waren zu Fuß schnell mitten im historischen Zentrum. Besonders wohlgefühlt haben wir uns auch dank der super netten und herzlichen Gastgeber. Dazu kam ein wunderschöner Garten, in dem man nach dem Stadtbummel wunderbar entspannen konnte.
Nach mehreren Nächten auf Campingplätzen genossen wir ein richtiges Zimmer und etwas mehr Komfort – und am nächsten Morgen ein ausgezeichnetes Frühstück, das für uns den Aufenthalt perfekt abrundete. Die Villa Starova würden wir bei einem weiteren Besuch in Berat definitiv wieder in Betracht ziehen.


Besonders schön fanden wir es, ohne großes Programm durch Berat zu schlendern. Die alten Häuser, verwinkelten Gassen und kleinen Restaurants hatten für uns viel mehr Charme als die dicht bebauten Küstenorte. Die historischen Viertel Mangalem und Gorica liegen sich auf beiden Seiten des Flusses Osum gegenüber und sind unter anderem über die historische Gorica-Brücke miteinander verbunden. Oberhalb der Stadt thront außerdem die Burg von Berat, deren Ursprünge bis in die Antike zurückreichen. Innerhalb der Burgmauern stehen bis heute bewohnte Häuser und mehrere historische Kirchen.
Wir ließen uns einfach durch die Stadt treiben, gingen gemütlich essen und genossen die Atmosphäre. Berat war für uns genau die richtige Mischung aus Sightseeing und entspanntem Zwischenstopp mit Kindern – und definitiv eine Stadt, die wir auf unserer Albanien-Route wieder einplanen würden.


Osum Canyon: Unser absolutes Highlight
Beim Osum Canyon waren wir zunächst gar nicht sicher, ob wir den zusätzlichen Weg wirklich auf uns nehmen sollten. Zum Glück haben wir uns dafür entschieden.
Wir übernachteten frei direkt am Fluss, badeten, waren mit dem SUP unterwegs und konnten sogar ein Stück in den Canyon hineinpaddeln. Am Abend wurde es immer ruhiger und irgendwann standen nur noch wenige andere Camper dort. Der Osum Canyon wurde nicht nur zu unserem schönsten Erlebnis in Albanien, sondern zu unserem Highlight des gesamten Balkan-Roadtrips.
Warum sich der Umweg für uns gelohnt hat und was ihr für einen Besuch wissen solltet, findet ihr in unserem ausführlichen Erfahrungsbericht Osum Canyon mit Kindern.



Komansee: Letzte Nacht am Wasser
Unser letzter Stopp in Albanien führte uns wieder Richtung Norden zum Komansee. Hier übernachteten wir am Campingplatz vom Agora Farmhouse, wunderschön und ruhig direkt am Wasser gelegen. Nach den vielen unterschiedlichen Eindrücken der vergangenen Tage war das noch einmal ein richtig entspannter Abschluss unserer Albanien-Rundreise.
Eigentlich hatten wir von hier aus einen Ausflug zum Shala River geplant, der für sein türkisfarbenes Wasser und die spektakuläre Bergkulisse bekannt ist. Das Wetter machte uns allerdings einen Strich durch die Rechnung: Für den nächsten Tag waren Regen und Gewitter angekündigt, weshalb unsere geplante Tour leider nicht stattfinden konnte.
Den Shala River würden wir bei einer nächsten Albanien-Reise aber definitiv nachholen – und dafür am besten etwas Wetterpuffer einplanen.


Wie hat uns die albanische Küste mit Kindern gefallen?
Hier fällt unser Fazit deutlich nüchterner aus: Die Küstenregionen, die wir auf diesem Roadtrip gesehen haben, würden wir so nicht noch einmal einplanen.
Auf dem Weg nach Vlora hatten wir ursprünglich überlegt, rund um Durrës einen Badestopp einzulegen. Beim Durchfahren sprach uns die Gegend allerdings überhaupt nicht an. Der Mix aus teilweise heruntergekommen wirkenden Gebäuden und großen Wohn- und Hotelkomplexen war einfach nicht das, was wir auf diesem Roadtrip suchten.
Noch enttäuschender war für uns Vlora. Dort hatten wir eines unserer wenigen Hotels vorgebucht und uns eigentlich auf zwei Nächte mit etwas mehr Komfort gefreut. Am Strand fanden unsere Kinder allerdings Glasscherben und auch Müll am Strand und im Meer fiel uns negativ auf. Wir wollten die Kinder dort nicht entspannt spielen und baden lassen und reisten deshalb bereits nach einer Nacht wieder ab.
Weiter südlich gefiel uns die Landschaft deutlich besser. Bei Piqeras fanden wir einen Campingplatz am Fluss und nur wenige hundert Meter vom Meer entfernt. Die Umgebung und der Strand gefielen uns dort wesentlich besser – auch wenn die Sanitäranlagen auf unserem Campingplatz leider sehr ungepflegt waren.

Was ist mit Saranda und Ksamil?
Saranda haben wir nur durchfahren. Die dichte Bebauung und der Trubel waren einfach nicht das, was wir auf dieser Reise gesucht haben. Ksamil haben wir gar nicht besucht, deshalb können wir die Strände dort aus eigener Erfahrung auch nicht beurteilen.
Uns war schon bei der Planung klar, dass wir nicht unbedingt an einem bekannten Strand liegen möchten, wenn wir ihn in der Hauptsaison mit sehr vielen anderen teilen müssen. Deshalb haben wir die stark besuchten Küstenorte bewusst nicht zum Schwerpunkt unserer Reise gemacht.
Was wir uns dagegen gut hätten vorstellen können, wäre ein Bootsausflug zu kleineren und versteckteren Buchten gewesen. Dazu kam es bei uns leider nicht mehr, weil es uns zu diesem Zeitpunkt schon stärker ins Landesinnere zog.
Küste oder Landesinnere – was hat uns mit Kindern besser gefallen?
Ganz eindeutig das Landesinnere. Dort fanden wir genau das Albanien, das uns auf dieser Reise begeistert hat: Flüsse mit klarem Wasser, Berge, kleine Campingplätze, historische Städte, freundliche Menschen und teilweise überraschend wenig andere Reisende.
An der von uns besuchten Küste hatten wir dagegen häufiger das Gefühl, dass sie nicht zu unserer Art zu reisen passt. Das bedeutet nicht, dass wir Albaniens gesamte Küste beurteilen können. Gerade die Gegend rund um Himarë und kleinere Buchten würden wir bei einer weiteren Reise vielleicht noch einmal ausprobieren – dann aber vermutlich in Kombination mit einem Bootsausflug.
Wenn wir noch einmal mit den Kindern durch Albanien reisen, würden wir trotzdem wieder deutlich mehr Zeit für das Landesinnere einplanen.

Wie ist Autofahren in Albanien mit Kindern?
Vor unserer Reise waren wir gespannt, wie das Autofahren in Albanien funktionieren würde. Im Nachhinein können wir sagen: Für uns war es völlig problemlos.
Die Straßen waren deutlich besser, als wir erwartet hatten. Wir hatten auf unserer gesamten Route keine Situation, in der wir wegen riesiger Schlaglöcher oder schlechter Straßen nicht weitergekommen wären. Selbst die Strecke zum Osum Canyon war bei unserer Reise in gutem Zustand.
Auch der Verkehr war für uns kein Problem. Wir erlebten ihn größtenteils als entspannt und hatten außerhalb der größeren Orte teilweise sogar überraschend wenig Verkehr. Für die Navigation verwendeten wir hauptsächlich Google Maps. Das funktionierte auf unserer Route größtenteils sehr gut. Vor allem aber hatten wir beim Fahren zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, unsicher unterwegs zu sein.

Auf unserem Balkan-Roadtrip kamen natürlich trotzdem einige Stunden im Auto zusammen. Wie wir längere Fahrtage planen und was sich bei uns mit zwei Kindern unterwegs bewährt hat, findet ihr in unseren Tipps für lange Autofahrten mit Kindern.
Wie funktioniert Bezahlen in Albanien?
Das würden wir beim nächsten Mal tatsächlich anders machen: Wir würden deutlich mehr Bargeld in Euro mitnehmen. Kartenzahlung war zwar teilweise möglich, bei uns aber häufig mit zusätzlichen Gebühren verbunden. Auch Geldabheben empfanden wir wegen der anfallenden Gebühren als ziemlich teuer. Gleichzeitig wurde vielerorts Bargeld bevorzugt. Wir konnten dabei häufig auch problemlos in Euro bezahlen.
Für uns wäre deshalb bei einer nächsten Albanien-Reise klar: mehr Bargeld mitnehmen und Kartenzahlung beziehungsweise Geldabheben nicht als einzige Möglichkeit einplanen.
Ist Essen in Albanien mit Kindern unkompliziert?
Bei uns funktionierte das Essen mit den Kindern völlig problemlos. Auch wenn die Kinder gerade keine Lust auf unbekannte Gerichte hatten, fanden wir praktisch immer etwas Passendes. In vielen Restaurants gab es neben lokalen Speisen auch unkomplizierte Gerichte wie Nudeln, Reis, Pommes oder andere internationale Klassiker.
Besonders positiv fanden wir die Preise im Landesinneren. Rund um die Vjosa und den Osum Canyon konnten wir teilweise wirklich günstig essen. In den touristischeren Gegenden waren die Preise höher, für uns aber immer noch deutlich günstiger als zu Hause in Österreich. Auch mit Kindern fühlten wir uns in den Restaurants überall willkommen.

Wie haben wir in Albanien übernachtet?
Wir waren mit unserem zum Familiencamper ausgebauten VW Bus unterwegs und haben in Albanien Campingplätze, feste Unterkünfte und eine freie Übernachtung miteinander kombiniert.
Manche Campingplätze überraschten uns positiv mit sehr sauberen Sanitäranlagen und tollen Lagen direkt am Wasser. Bei anderen mussten wir bei der Sauberkeit deutliche Abstriche machen.
Am Osum Canyon standen wir zum ersten Mal auf dieser Reise frei. Auch dort hatten wir mit den Kindern zu keinem Zeitpunkt ein ungutes Gefühl.

Haben wir uns in Albanien mit Kindern sicher gefühlt?
Ja, wir haben uns während unserer gesamten Reise durch Albanien sicher gefühlt. Das galt für Städte und Campingplätze genauso wie für ruhigere Regionen im Landesinneren und unsere freie Übernachtung am Osum Canyon.
Besonders positiv blieben uns die Menschen in Erinnerung. Gastgeber auf Campingplätzen und in Unterkünften waren freundlich und hilfsbereit und versorgten uns immer wieder mit Tipps für die jeweilige Gegend.
Natürlich ist das unsere persönliche Erfahrung aus acht Nächten und keine allgemeine Aussage darüber, dass überall und jederzeit nichts passieren kann. Für unsere eigene Reise können wir aber sagen, dass wir keine Situation erlebt haben, in der wir uns als Familie unwohl oder unsicher gefühlt hätten.
Wie heiß war Albanien mit Kindern im Juli?
Wir hatten im Juli durchaus sehr heiße Tage mit Temperaturen über 30 Grad, dazwischen aber auch angenehmere Tage um oder unter 30 Grad. Für uns war das insgesamt gut machbar, weil wir viele unserer Stopps bewusst am Wasser hatten. Shkodra-See, Vjosa, Meer und Osum Canyon boten immer wieder Möglichkeiten zur Abkühlung.

Auf größere Wanderungen hatten wir bei diesen Temperaturen allerdings keine Lust. Unter anderem deshalb ließen wir das Theth-Gebirge aus. Wir wollten unseren Kindern bei großer Hitze keine längeren Wanderungen zumuten.
Was würden wir bei einem Albanien-Roadtrip heute anders machen?
Nach acht Nächten gibt es einige Dinge, die wir bei einer zweiten Reise verändern würden.
- Mehr Zeit für das Landesinnere einplanen: Vjosa, Berat und Osum Canyon waren für uns die stärksten Stopps. Davon würden wir gerne noch mehr entdecken.
- Gjirokastra nicht nur als Zwischenstopp besuchen: Die Stadt gefiel uns richtig gut und wir würden beim nächsten Mal mehr Zeit dafür einplanen.
- Die Küste gezielter auswählen: Statt größerer Küstenorte würden wir eher kleinere Buchten suchen oder einen Bootsausflug machen.
- Mehr Bargeld mitnehmen: Damit hätten wir uns einige Gebühren für Kartenzahlung und Geldabheben erspart.
- Zeit für Theth einplanen – aber nicht bei extremer Hitze: Das Gebirge hätten wir sehr gerne gesehen. Im Hochsommer passte es für uns mit den Kindern aber nicht.
- Einen Wetterpuffer für den Shala River lassen: Unsere geplante Bootstour fiel wegen Regen und angekündigter Gewitter aus. Das fanden wir richtig schade.
Den Osum Canyon würden wir dagegen genauso wieder einplanen. Den würden wir bei einer zweiten Albanien-Reise auf keinen Fall auslassen.
Unsere Tipps für Albanien mit Kindern
- Nicht nur auf die Küste konzentrieren. Unsere schönsten Erlebnisse hatten wir im Landesinneren.
- Route nicht zu eng planen. Wir waren froh, spontan früher aus Vlora abreisen und dafür andere Orte länger genießen zu können.
- Genügend Bargeld mitnehmen. Kartenzahlung und Geldabheben verursachten bei uns häufig zusätzliche Gebühren.
- Stopps am Wasser einplanen. Gerade im Juli waren See und Flüsse für uns mit den Kindern Gold wert.
- Fahrzeiten nicht überbewerten. Die Straßen waren auf unserer Route viel besser als erwartet.
- Bei Hitze flexibel bleiben. Theth ließen wir bewusst aus, weil wir bei hohen Temperaturen keine größeren Wanderungen mit den Kindern machen wollten.
- Für wetterabhängige Ausflüge Puffer lassen. Unsere Shala-River-Tour fiel leider komplett ins Wasser.

Was hat uns gefallen – und was solltet ihr wissen?
Das hat uns besonders gefallen
- wunderschöne Natur im Landesinneren
- Flüsse und Seen zum Baden
- Osum Canyon als absolutes Highlight
- Berat und Gjirokastra
- freundliche und hilfsbereite Menschen
- unkompliziertes Reisen mit Kindern
- gute Straßen auf unserer Route
- günstiges Essen vor allem im Landesinneren
- spontane Campingmöglichkeiten
Das solltet ihr wissen
- Kartenzahlung kann zusätzliche Gebühren verursachen
- Geldabheben war für uns überraschend teuer
- Bargeld wird vielerorts bevorzugt
- Müll war vor allem an Teilen der von uns besuchten Küste ein Thema
- Campingplätze können beim Sanitärstandard sehr unterschiedlich sein
- die touristischeren Küstenorte passten weniger zu unserer Art zu reisen
- im Juli kann es für Wanderungen mit Kindern sehr heiß werden

FAQ: Albanien mit Kindern
Ist Albanien für einen Urlaub mit Kindern geeignet?
Nach unserer Erfahrung ja. Wir konnten problemlos mit unseren fünf- und siebenjährigen Kindern durch Albanien reisen und haben uns überall sicher und willkommen gefühlt. Besonders gut funktionierten für uns die vielen Stopps an Seen und Flüssen.
Wie lange waren wir mit Kindern in Albanien?
Wir verbrachten acht Nächte in Albanien. Damit konnten wir unterschiedliche Regionen kennenlernen, würden bei einer nächsten Reise aber noch mehr Zeit für das Landesinnere einplanen.
Ist Autofahren in Albanien schwierig?
Für uns nicht. Die Straßen auf unserer Route waren besser als erwartet und auch zum Osum Canyon kamen wir problemlos. Google Maps funktionierte größtenteils zuverlässig.
Welche Orte haben uns in Albanien mit Kindern am besten gefallen?
Unsere Highlights waren der Osum Canyon, die Vjosa, Berat und der Shkodra-See. Gjirokastra gefiel uns ebenfalls sehr gut, allerdings hatten wir dort zu wenig Zeit.
Ist die albanische Küste mit Kindern empfehlenswert?
Die von uns besuchten Küstenabschnitte haben uns weniger begeistert als das Landesinnere. Vor allem Vlora war für uns enttäuschend. Saranda haben wir nur durchfahren und Ksamil gar nicht besucht, weshalb wir diese bekannten Badeorte nicht aus eigener Erfahrung beurteilen können.
Kann man in Albanien mit Kindern campen?
Für uns funktionierte Camping in Albanien sehr gut. Wir fanden sowohl größere als auch sehr kleine Campingplätze und übernachteten am Osum Canyon auch einmal frei. Die Qualität der Sanitäranlagen unterschied sich allerdings deutlich.
Alle von uns getesteten Plätze, Preise, Ausstattung und unsere persönlichen Erfahrungen findet ihr in unserem ausführlichen Beitrag Camping in Albanien mit Kindern. Noch mehr rund um unsere Reisen mit dem VW Bus findet ihr auf unserer Übersichtsseite Camping & Vanlife mit Kindern.
Braucht man in Albanien Bargeld?
Wir würden auf jeden Fall ausreichend Bargeld einplanen. Kartenzahlung und Geldabheben waren bei uns häufig mit zusätzlichen Gebühren verbunden. Bargeld wurde vielerorts bevorzugt und wir konnten häufig auch mit Euro bezahlen.
Ist Albanien mit Kindern teuer?
Wir empfanden Albanien insgesamt als deutlich günstiger als Österreich. Besonders im Landesinneren konnten wir günstig essen und übernachten. In touristischeren Gegenden waren die Preise höher.
Ist Albanien mit Kindern im Juli zu heiß?
Wir hatten einzelne Tage mit über 30 Grad, empfanden unsere Reise insgesamt aber als gut machbar. Weil wir häufig an Seen, Flüssen oder am Meer waren, konnten wir uns immer wieder abkühlen. Größere Wanderungen ließen wir bei der Hitze allerdings bewusst aus.


Unser Fazit: Würden wir wieder mit Kindern nach Albanien reisen?
Ja – aber wir würden unsere Route beim nächsten Mal noch stärker auf das Landesinnere ausrichten.
Genau dort hat uns Albanien am meisten überrascht. An der Vjosa, in Berat und vor allem am Osum Canyon fanden wir die Landschaft, Ruhe und Art zu reisen, die wir auf einem Roadtrip lieben. Gleichzeitig waren die Menschen, die wir trafen, unglaublich freundlich und hilfsbereit und das Reisen mit unseren Kindern funktionierte unkomplizierter, als wir vorab erwartet hatten.
Die von uns besuchten Küstenregionen würden wir dagegen nicht noch einmal genauso einplanen. Vielleicht würden wir der Gegend rund um Himarë und kleineren Buchten noch eine Chance geben – am ehesten in Verbindung mit einem Bootsausflug.
Außerdem stehen für eine nächste Albanien-Reise noch zwei Dinge auf unserer Liste: das Theth-Gebirge und der Shala River. Beides hat diesmal nicht geklappt – Theth wegen der großen Hitze und der Shala River wegen des schlechten Wetters.
Nach unseren acht Nächten blieb deshalb vor allem ein Eindruck hängen: Albanien lohnt sich mit Kindern für uns nicht wegen eines klassischen Strandurlaubs, sondern wegen der abwechslungsreichen Natur, der Flüsse, Berge, historischen Städte und der Freiheit, unterwegs immer wieder neue Plätze zu entdecken.
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