Türkisfarbene Bergseen, eine überraschende Schlucht, Sommerrodeln und ein kleines Bergdorf hoch über Tarvis – unsere zwei Tage in Friaul waren kurz, aber unglaublich abwechslungsreich.
Das erwartet euch in diesem Beitrag:
- Warum uns Tarvis überrascht hat
- Unsere Route für 2 Tage
- Traumstart an den Laghi di Fusine
- Funpark in Tarvis
- Mit der Gondel auf den Monte Lussari
- Unser Stellplatz mit dem VW Bus
- Wandern durch die Slizza-Schlucht
- Baden am Lago del Predil
- Unsere Tipps für Familien
- Häufige Fragen zu Tarvis mit Kindern
- Unser persönliches Fazit
Tarvis mit Kindern – ein Wochenende, das uns überrascht hat
Manchmal muss man gar nicht weit fahren, um das Gefühl zu haben, richtig weg zu sein. Von der Steiermark waren es für uns gerade einmal knapp drei Stunden bis zu den Laghi di Fusine – und trotzdem standen wir plötzlich vor glasklaren Bergseen, über uns die schroffen Gipfel der Julischen Alpen.
Wir haben Tarvis mit Kindern im August für zwei Tage erkundet und waren mit unserem VW Bus unterwegs. Unsere Kinder waren damals fünf und sieben Jahre alt. Auf dem Programm standen die Laghi di Fusine, der Fun Park dell’Angelo, der Monte Lussari, die Slizza-Schlucht und zum Abschluss der Lago del Predil.
Viel Programm für zwei Tage? Eigentlich schon. Trotzdem hat es sich überhaupt nicht stressig angefühlt. Im Gegenteil: Wir hatten Zeit zum Baden, die Kinder waren mit dem SUP unterwegs, wir saßen am See, streichelten Ziegen am Berg und blieben an manchen Orten einfach länger als geplant. Und genau das hat uns an dieser kurzen Reise rund um Tarvis am besten gefallen.
Unsere Reise nach Tarvis auf einen Blick
Reiseziel: Tarvis und Umgebung, Friaul-Julisch Venetien
Reisezeit: August
Reisedauer: 2 Tage / 1 Nacht
Kinder: 5 & 7 Jahre
Reiseart: Kurztrip mit unserem VW Bus
Übernachtung: einfacher Stellplatz bei Valbruna
Unsere Highlights: Laghi di Fusine, Monte Lussari, Slizza-Schlucht, Lago del Predil
Geeignet für: Familien mit Kindern, Naturfans, Camper und aktive Familien
Warum lohnt sich Tarvis mit Kindern?
Tarvis liegt ganz im Nordosten Italiens, nur wenige Kilometer von Österreich und Slowenien entfernt. Gerade von Kärnten oder der Steiermark ist die Region deshalb perfekt für einen kurzen Abstecher nach Italien. Was Tarvis für uns besonders gemacht hat, war die Abwechslung. Wir mussten nicht stundenlang von einem Highlight zum nächsten fahren. Innerhalb von zwei Tagen konnten wir an Bergseen wandern und baden, mit der Gondel auf einen Berg fahren, durch eine Schlucht spazieren, Sommerrodeln und durch Tarvis bummeln.
Dabei hatten wir im August überraschenderweise nie das Gefühl, von Menschenmassen umgeben zu sein. Natürlich kann das an anderen Wochenenden oder in der Hochsaison anders aussehen – bei unserem Besuch war es aber angenehm ruhig.
Auch mit Kindern im Alter von fünf und sieben Jahren hat die Kombination sehr gut funktioniert. Keine unserer Wanderungen war so lang, dass irgendwann die Motivation komplett verschwunden wäre. Stattdessen gab es unterwegs immer wieder etwas zu entdecken: Felsen zum Klettern, Wasser zum Füße-Hineinhalten, Ziegen, Spielstationen oder eben einen See zum Baden. Für uns war Tarvis deshalb weniger ein klassischer Städtetrip als vielmehr ein kleiner Outdoor-Roadtrip mit Kindern.


Unsere Route für 2 Tage rund um Tarvis
Wir sind am Freitag bereits um etwa 7:30 Uhr in der Steiermark gestartet und über Villach nach Italien gefahren. Gegen 10:30 Uhr waren wir bei unserem ersten Ziel, den Laghi di Fusine. Unsere Route würden wir rückblickend wieder genauso planen.
- Tag 1: Steiermark → Laghi di Fusine → Fun Park dell’Angelo → Monte Lussari → Tarvis Innenstadt → Stellplatz
- Tag 2: Frühstück in Tarvis → Slizza-Schlucht → Lago del Predil → Rückfahrt nach Österreich
Eigentlich hätten wir noch einen dritten Tag eingeplant. Den wollten wir am Lago di Cavazzo verbringen. Daraus wurde allerdings nichts – dazu später mehr.
Tag 1: Laghi di Fusine mit Kindern – unser absolutes Highlight
Wenn wir nur einen Ort rund um Tarvis noch einmal besuchen dürften, wären es wahrscheinlich die Laghi di Fusine. Wir kamen gegen 10:30 Uhr dort an. Bereits die Anfahrt macht klar, warum die beiden Seen zu den bekanntesten Naturzielen der Region gehören. Es gibt einen unteren und einen oberen See – den Lago Inferiore und den Lago Superiore. Beide liegen mitten im Wald vor der gewaltigen Bergkulisse der Julischen Alpen.
Und dann diese Wasserfarbe. Glasklar, teilweise fast türkis und so durchsichtig, dass wir unzählige Fische beobachten konnten. Auf Fotos sehen die Seen schon beeindruckend aus. Vor Ort fanden wir sie noch schöner.

Einmal rund um beide Fusine-Seen
Wir wollten nicht nur kurz ans Ufer schauen, sondern sind die komplette Runde um beide Seen gegangen. Der offizielle Rundweg ist etwa 4,5 Kilometer lang, mit ca. 104 Höhenmetern und einer angegebenen Gehzeit von rund zwei Stunden. Mit Kindern, Mittagessen, Pausen und Baden sollte man aber deutlich mehr Zeit einplanen. Wir waren insgesamt ungefähr drei Stunden bei den Seen.
Der Weg war für unsere damals fünf und sieben Jahre alten Kinder gut machbar. Größtenteils geht es angenehm und ohne große Steigungen dahin. Ganz eben wie ein asphaltierter Spazierweg ist die Runde allerdings nicht. Im Wald gibt es viele Wurzeln und teilweise felsigen Untergrund. Genau das fanden unsere Kinder wiederum spannend, weil es ständig irgendwelche Felsen zum Hinaufklettern gab. Mit einem Kinderwagen würden wir die komplette Runde deshalb nicht empfehlen.
Unser Tipp mit Kindern: Gute Schuhe anziehen und den Kinderwagen lieber zu Hause lassen. Für Kinder, die selbst gerne gehen und klettern, ist die Runde dagegen richtig schön.
Die offizielle Tourismusinformation stuft die Wanderung ebenfalls als leicht und familiengeeignet ein. Trotzdem würden wir bei Nässe vorsichtiger sein: Wurzeln und Steine können dann natürlich rutschig werden.


Mittagessen direkt am unteren See
Am unteren See haben wir eine Pause gemacht und im Gasthaus direkt am Wasser zu Mittag gegessen. Das war eine dieser Pausen, bei denen die Lage fast wichtiger ist als alles andere. Mit Blick auf den See und die Berge rundherum schmeckt das Mittagessen gleich noch einmal besser.
Rund um die Seen gibt es außerdem einige schöne Möglichkeiten für ein Picknick. Wer also lieber Jause mitnimmt, findet genügend Plätze für eine Pause.
Kann man in den Laghi di Fusine baden?
Wir waren an einem richtig heißen Augusttag unterwegs – und irgendwann konnten wir dem Wasser nicht mehr widerstehen. Warm ist anders. Aber an diesem Tag war die Abkühlung herrlich. Eine belastbare offizielle Angabe zur aktuellen Wassertemperatur haben wir nicht gefunden und möchten deshalb keine Gradzahl nennen, die wir selbst nicht gemessen haben.
Was wir sagen können: Bei unserem Besuch im August war das Wasser ziemlich frisch, aber bei den hohen Außentemperaturen sehr angenehm.


Parken bei den Laghi di Fusine
Bei unserem Besuch im August konnten wir problemlos im Bereich der beiden Seen parken. Es gibt Parkmöglichkeiten beim unteren und oberen Fusine-See sowie entlang der Zufahrtsstraße. In der Sommersaison ist die Zufahrt zu bestimmten Zeiten kostenpflichtig. Bezahlt wird bereits beim Zugang zum Seengebiet; anschließend bekommt man ein Ticket, das sichtbar im Fahrzeug liegen muss.
Stand Sommer 2026 kostet das Tagesticket 5 Euro für Pkw und 15 Euro für Wohnmobile, Caravans und Wohnwagen. Wichtig für Familien, die wie wir mit einem VW Bus unterwegs sind: Ausgebaute Kleintransporter für maximal neun Personen werden laut Gemeinde zum Pkw-Tarif eingestuft.
Im August 2026 gilt die Gebührenpflicht täglich, grundsätzlich zwischen 8 und 18 Uhr. Da sich Preise und gebührenpflichtige Tage ändern können, würden wir die aktuellen Angaben vor der Anreise noch einmal bei der Gemeinde Tarvisio prüfen.
Noch mehr Bergseen in Friaul: Neben den Laghi di Fusine und dem Lago del Predil haben wir auf einer anderen Reise auch den Lago di Barcis besucht. In unserem Beitrag über die schönsten Seen in Friaul-Julisch Venetien vergleichen wir alle drei Seen und zeigen, welcher sich für welchen Familienausflug eignet.
Fun Park dell’Angelo in Tarvis – perfekt für einen Zwischenstopp
Nach mehreren Stunden Naturprogramm ging es weiter nach Tarvis. Und nach Seen und Wandern durfte jetzt etwas kommen, bei dem eindeutig die Kinder das Sagen hatten: der Fun Park dell’Angelo.
Der Park ist nicht riesig. Wer einen großen Freizeitpark erwartet, wird vermutlich enttäuscht sein. Genau deshalb hat er aber perfekt in unseren Tag gepasst. Unsere Kinder konnten verschiedene Spielstationen ausprobieren, Trampolinspringen, Reifenrutschen, sich an der Seilrutsche austoben und den Radparcours ausprobieren.
Das Highlight war natürlich die Sommerrodelbahn. Bei unserem Besuch war sehr wenig los, sodass wir kaum irgendwo warten mussten. Nach ungefähr zwei Stunden hatten wir alles ausprobiert und waren bereit für den nächsten Programmpunkt. Mehr Zeit würden wir persönlich dafür auch nicht unbedingt einplanen.
Unsere Einschätzung: Der Fun Park dell’Angelo ist für uns kein Ziel für einen ganzen Urlaubstag. Als Zwischenstopp mit Kindern zwischen Laghi di Fusine und Monte Lussari fanden wir ihn aber richtig praktisch.
Im Sommer 2026 kostete das Tagesticket für den Fun Park 8 Euro, Begleitpersonen zahlten 2 Euro. Die Sommerrodelbahn war nicht im Eintritt enthalten und kostete zusätzlich 5 Euro pro Person und Fahrt. Kinder durften den Bob ab dem vollendeten dritten Lebensjahr benutzen.



Mit der Gondel auf den Monte Lussari – damit hatten wir nicht gerechnet
Unser nächstes Ziel war der Monte Lussari. Wir konnten problemlos parken und hatten auch an der Gondel keine nennenswerte Wartezeit. Schon die Fahrt nach oben war für die Kinder ein Erlebnis.
Was uns dort erwartet, hatten wir vorher allerdings unterschätzt. Oben angekommen steht man nämlich nicht einfach nur an einer Bergstation. Auf dem Monte Lussari liegt ein richtig kleines Bergdorf mit Kirche, schmalen Wegen, Häusern und Restaurants. Und das Ganze vor einer beeindruckenden Bergkulisse.

Wir sind ohne großes Ziel durch das Dorf spaziert, haben uns umgesehen und etwas getrunken. Einen langen Restaurantbesuch brauchten wir nach unserem ohnehin schon vollen Tag nicht mehr. Viel schöner war es, einfach herumzugehen und die Aussicht zu genießen. Und dann waren da noch die Ziegen. Für unsere Kinder war die Bergkulisse natürlich nett – die Ziegen zum Streicheln waren aber mindestens genauso wichtig.



Auch im Sommer einen Pullover mitnehmen
Im Tal war es an diesem Tag richtig heiß. Trotzdem hatten wir glücklicherweise einen Pullover für oben eingepackt. Den konnten wir gut gebrauchen. Es war nicht unangenehm kalt, aber der Temperaturunterschied zum Tal war deutlich zu spüren. Nach der Hitze unten fanden wir die kühlere Bergluft sogar richtig angenehm.
Unser Tipp: Selbst an heißen Sommertagen eine dünne Jacke oder einen Pullover in den Rucksack packen.
In der Sommersaison 2026 kostete die Berg- und Talfahrt mit der Gondel auf den Monte Lussari 18 Euro für Erwachsene. Kinder der Jahrgänge 2007 bis 2018 zahlten 9 Euro, Kinder ab Jahrgang 2019 fuhren kostenlos. Für die ermäßigten beziehungsweise kostenlosen Tickets war ein Ausweis erforderlich.
Die Gondel war 2026 vom 30. Mai bis 27. September täglich in Betrieb. Von Montag bis Samstag fuhr sie von 9:00 bis 17:15 Uhr, sonntags von 8:30 bis 18:15 Uhr. An den Freitagen im August gab es zusätzlich Abendfahrten bis 22:45 Uhr. Da sich Preise und Betriebszeiten ändern können und der Betrieb auch vom Wetter abhängt, würden wir die aktuellen Zeiten vor der Fahrt noch einmal kontrollieren.
Abendessen in Tarvis
Nach unserem Ausflug auf den Monte Lussari ging es für uns zurück nach Tarvis, wo wir den ersten Tag gemütlich ausklingen ließen. Im Zentrum gibt es einige Restaurants, Pizzerien, Cafés und Bars, sodass wir spontan nach einem passenden Lokal fürs Abendessen suchen konnten.
Die kleine Stadt gefiel uns gut für einen gemütlichen Abend, einen ganzen Tag würden wir persönlich dafür aber nicht einplanen. Dafür hat uns die Natur rund um Tarvis einfach viel zu sehr begeistert.
Etwas mühsam war bei unserem Besuch allerdings die Parkplatzsuche im Ort. Gerade am Abend mussten wir eine Weile suchen, bis wir einen freien Platz fanden.
Nach dem Essen ging es schließlich weiter zu unserem Stellplatz für die Nacht.

Unser Camperstellplatz bei Valbruna – traumhafte Lage, aber nicht ideal mit VW Bus
Bei der Übernachtung haben wir es diesmal sehr einfach gehalten. Über Park4Night hatten wir einen Stellplatz bei Malborghetto Valbruna in der Via Saisera gefunden, etwas außerhalb von Tarvis. Und landschaftlich war die Lage wirklich genial. Wir standen mitten in der Natur und blickten auf die umliegenden Berge. Dazu war es tagsüber und nachts angenehm ruhig. Es gab ausreichend Platz und wir konnten unseren Stellplatz frei wählen.
Luxus darf man hier allerdings keinen erwarten. Es handelt sich um einen einfachen Stellplatz beziehungsweise großen Schotterparkplatz. Strom gab es keinen. Für uns war aber ein anderer Punkt wesentlich problematischer: Die Toiletten waren bei unserem Aufenthalt in der Nacht zugesperrt. Mit einem autarken Wohnmobil samt eigener Toilette ist das kein großes Thema. Mit unserem VW Bus war es deutlich unpraktischer.
Pluspunkte für uns:
- wunderschöne Lage in der Natur
- sehr ruhig
- viel Platz
- freie Platzwahl
- Restaurant bzw. Bar in unmittelbarer Nähe
Minuspunkte für uns:
- kein Strom
- bei unserem Aufenthalt nachts keine zugängliche Toilette
- für einen nicht autarken VW Bus dadurch nur bedingt praktisch
Das Restaurant beziehungsweise die Bar beim Stellplatz haben wir selbst nicht ausprobiert. Für eine Nacht war es vollkommen in Ordnung. Noch einmal würden wir mit unserem VW Bus aber wahrscheinlich nach einer Unterkunft oder einem Platz mit verlässlich zugänglichen Sanitäranlagen suchen.

Gerade auf solchen Kurztrips merken wir immer wieder, wie wichtig die richtige Ausstattung ist. Mehr über unseren VW Bus, unsere Campingausrüstung und unsere Erfahrungen unterwegs findet ihr in unserem Bereich Camping mit Kindern.
Tag 2: Frühstück in Tarvis und danach in die Slizza-Schlucht
Bevor wir am zweiten Tag wieder in die Natur gestartet sind, brauchten wir erst einmal Frühstück. Da wir nicht selbst kochen wollten, sind wir dafür nach Tarvis gefahren und bei Svetina Panificio gelandet. Die Bäckerei fanden wir richtig cool und auch das Frühstück hat uns geschmeckt. Für uns war das ein unkomplizierter Start in den Tag, bevor die Wanderschuhe wieder zum Einsatz kamen.


Slizza-Schlucht mit Kindern – kurz, abenteuerlich und richtig schön
Nach dem Frühstück ging es zur Slizza-Schlucht, auf Italienisch Orrido dello Slizza. Wir konnten direkt beim Ausgangspunkt parken und starteten von dort auf den Rundweg. Die Route ist gut ausgeschildert und ungefähr zwei Kilometer lang. Je nach genauer Aufzeichnung findet man auch etwas längere Angaben; die regionale Beschreibung nennt etwa zwei Kilometer.
Für uns war aber ohnehin weniger die Kilometerzahl entscheidend als der Weg selbst. Denn gleich zu Beginn geht es erst einmal über zahlreiche Stufen relativ steil hinunter. Das war auch der einzige Abschnitt, bei dem wir mit Kindern etwas genauer aufgepasst haben. Gerade wenn der Untergrund feucht ist, können einzelne Stellen rutschig sein.
Unten angekommen ändert sich der Charakter der Wanderung. Plötzlich ist man mitten in der Schlucht, läuft entlang des Wassers und kommt immer wieder über Stege und Wege unmittelbar an den Fluss heran. Der offizielle regionale Tourismusauftritt beschreibt den Weg ebenfalls als rund zwei Kilometer lang und technisch nicht schwierig, empfiehlt wegen möglicher rutschiger Stellen aber geeignetes Schuhwerk.
Unsere Kinder fanden die Wanderung richtig spannend. Nicht weil irgendwo eine spektakuläre Attraktion wartet, sondern weil der Weg selbst abwechslungsreich ist. Wasser, Felsen, Wald, Stege – und immer wieder Stellen, an denen wir direkt zum Fluss hinunterkonnten.
Unser Sohn ließ es sich sogar nicht nehmen, ins Wasser zu gehen. Lange hielt er es allerdings nicht aus, denn das Wasser war wirklich eiskalt. Dazu war es am Vormittag noch recht bewölkt und deutlich kühler als am Vortag. Nach einem kurzen Bad war er deshalb ziemlich schnell wieder draußen. Trotzdem war gerade die Nähe zum Wasser für unsere Kinder eines der Highlights in der Slizza-Schlucht.



Ist die Slizza-Schlucht mit kleinen Kindern geeignet?
Nach unserer Erfahrung: ja. Unsere Kinder waren fünf und sieben Jahre alt und konnten den Rundweg problemlos selbst gehen. Auch mit jüngeren Kindern würden wir ihn grundsätzlich machen, dann aber sicherheitshalber eine Trage mitnehmen.
Mit Kinderwagen funktioniert die Runde dagegen nicht. Vor allem die vielen Stufen am Anfang beziehungsweise Ende machen das unmöglich. Wir würden außerdem feste Schuhe empfehlen. Der Weg ist zwar nicht schwierig, aber gerade im Bereich der Schlucht können nasse Steine, Wurzeln und Stufen rutschig sein.
Unser Familientipp: Nicht durch die kurze Distanz täuschen lassen und trotzdem gute Schuhe anziehen. Mit kleinen Kindern eine Trage statt Kinderwagen mitnehmen.
Lago del Predil – aus einem kurzen Stopp wurde ein ganzer Nachmittag
Nach der Slizza-Schlucht wollten wir noch zum Lago del Predil, auf Deutsch auch Raibler See genannt. Eigentlich hatten wir dort gar kein großes Programm geplant. Dann kamen wir an – und blieben.
Der See hat uns so gut gefallen, dass wir kurzerhand beschlossen haben, den restlichen Nachmittag hier zu verbringen. Und genau solche ungeplanten Momente mögen wir an Roadtrips besonders. Keine Sehenswürdigkeit mehr abhaken. Kein „Wir müssen jetzt weiter“. Einfach Badesachen herausnehmen und bleiben.

Mittagessen direkt am Lago del Predil
Nach unserer Wanderung durch die Slizza-Schlucht hatten wir Hunger und kehrten im Chalet Al Lago direkt am Lago del Predil ein. Viel besser hätte die Lage für unsere Mittagspause kaum sein können – direkt am See und mit Blick auf die umliegenden Berge.
Das Essen schmeckte uns richtig gut. Beim Service lief es an diesem Tag allerdings etwas unkoordiniert und wir mussten zwischendurch ein wenig Geduld mitbringen. Da wir danach ohnehin nichts mehr vorhatten, störte uns das aber nicht besonders.
Denn eigentlich wollten wir am Lago del Predil nur einen Zwischenstopp einlegen. Der See gefiel uns dann aber so gut, dass wir unsere Pläne kurzerhand änderten und einfach den restlichen Nachmittag dort verbrachten. Wir gingen baden und genossen die Zeit am Wasser. Nach dem abwechslungsreichen ersten Tag und der Wanderung durch die Slizza-Schlucht am Vormittag war genau dieser ungeplante, entspannte Nachmittag der perfekte Abschluss unserer zwei Tage rund um Tarvis.


Wenn ihr noch mehr Bergseen in der Region entdecken möchtet: In unserem Beitrag über die schönsten Seen in Friaul-Julisch Venetien vergleichen wir den Lago del Predil mit den Laghi di Fusine und dem Lago di Barcis und verraten euch, was uns an den drei Seen mit Kindern besonders gefallen hat.
Und was ist mit Cave del Predil?
Wer die Gegend recherchiert, stößt schnell auf Cave del Predil und die Bergbaugeschichte des Ortes. Wir haben Cave del Predil auf dieser Reise allerdings nicht ausführlich besichtigt. Das möchten wir ausdrücklich dazusagen, weil wir in unseren Reiseberichten nur Dinge als eigene Erfahrung beschreiben wollen, die wir tatsächlich gemacht haben.
Für uns ist Cave del Predil deshalb vielmehr ein Punkt für die Liste „beim nächsten Mal“. Denn eines war nach diesen zwei Tagen klar: Wir waren sicher nicht zum letzten Mal in dieser Ecke Italiens.
Diese Orte solltet ihr rund um Tarvis nicht verpassen
Unsere Highlights für Familien
Laghi di Fusine:
Unser persönlicher Favorit – unbedingt Zeit für beide Seen einplanen.
Monte Lussari:
Das kleine Bergdorf hat uns viel mehr begeistert, als wir erwartet hatten.
Slizza-Schlucht:
Kurze, abwechslungsreiche Familienwanderung mit viel Wasser.
Lago del Predil:
Perfekt, um einen aktiven Tag beim Baden oder SUP ausklingen zu lassen.
Fun Park dell’Angelo:
Kein Tagesprogramm, aber ein toller Zwischenstopp für ein bis zwei Stunden mit Kindern.
Unsere praktischen Tipps für Tarvis mit Kindern
Nach unseren zwei Tagen würden wir vor allem eines genauso machen: nicht zu viel zusätzliche Fahrerei einplanen. Die einzelnen Ziele liegen nah beieinander und lassen sich dadurch richtig gut miteinander kombinieren.
- Nicht zu viel Programm einplanen: Die kurzen Wege rund um Tarvis waren für uns ideal. So blieb zwischen den einzelnen Stopps genügend Zeit zum Wandern, Baden und einfach Genießen.
- Für die Laghi di Fusine mindestens einen halben Tag reservieren: Zwei Stunden reichen vielleicht für eine zügige Runde. Mit Kindern würden wir aber deutlich mehr Zeit einplanen – schließlich gibt es unterwegs Felsen zum Klettern, schöne Plätze für Pausen und im Sommer natürlich auch die Möglichkeit für eine Abkühlung im See.
- Feste Schuhe einpacken: Eine hochalpine Ausrüstung brauchten wir für unsere Wanderungen nicht. Gute Schuhe waren trotzdem sinnvoll, denn sowohl an den Fusine-Seen als auch in der Slizza-Schlucht gab es Wurzeln, Steine und teilweise rutschige Stellen.
- Pullover für den Monte Lussari mitnehmen: Obwohl es bei uns im Tal richtig heiß war, waren wir froh, oben am Berg einen Pullover dabeizuhaben. Die Temperaturen waren deutlich angenehmer und kühler als unten.
- Übernachtung mit dem Campervan vorher genauer prüfen: Wer wie wir mit einem VW Bus ohne eigene Toilette unterwegs ist, sollte bei Stellplätzen besonders auf die Sanitäranlagen achten. Ein einfacher Stellplatz, der für ein autarkes Wohnmobil völlig ausreicht, ist für einen Campervan ohne eigene Toilette nicht automatisch praktisch.
Gerade die Übernachtungssituation war für uns einer der wenigen Punkte, die bei diesem Kurztrip nicht ganz optimal funktioniert haben.
Für wen eignet sich ein Kurztrip nach Tarvis?
Für Familien mit Kindern ungefähr im Kindergarten- und Volksschulalter können wir unsere Route sehr empfehlen. Mit fünf und sieben Jahren konnten unsere Kinder praktisch alles selbst mitmachen. Die Wanderungen waren kurz genug, die Wege trotzdem spannend und dazwischen gab es mit Funpark, Gondel, Baden und SUP immer wieder Abwechslung.
Auch für Familien mit kleineren Kindern ist vieles möglich. Für die Slizza-Schlucht und die Runde um die Laghi di Fusine würden wir dann aber eher eine Kindertrage einpacken.
Besonders gut passt Tarvis unserer Meinung nach zu Naturfamilien und Roadtrip-Fans, die nicht jeden Tag große Sehenswürdigkeiten brauchen. Wer dagegen einen klassischen Familienurlaub mit großem Campingplatz, Pool, Kinderanimation und kompletter Infrastruktur sucht, wird mit unserer Art der Reise wahrscheinlich weniger glücklich.


Wenn ihr nach Tarvis noch ein paar Tage weiterreisen möchtet, können wir euch auch das Soča-Tal mit Kindern empfehlen. Dort warten ebenfalls türkisfarbenes Wasser, kurze Wanderungen und jede Menge Natur.
Was bei unserer Reise nicht geklappt hat: Lago di Cavazzo
Eigentlich sollte unser Roadtrip noch einen Tag länger dauern. Wir wollten anschließend weiter zum Lago di Cavazzo und dort noch eine Nacht verbringen. Das scheiterte allerdings an etwas ziemlich Unspektakulärem: Wir fanden spontan weder einen für uns passenden Campingplatz noch eine Unterkunft.
Gerade mit unserem VW Bus wollten wir nicht noch eine Nacht auf einem sehr einfachen Stellplatz ohne passende Infrastruktur verbringen. Also änderten wir den Plan und fuhren einen Tag früher zurück nach Österreich. Das war natürlich etwas enttäuschend. Rückblickend würden wir deshalb vor allem in der Hauptreisezeit eine Unterkunft oder einen geeigneten Campingplatz im Voraus buchen – besonders dann, wenn man wie wir nicht komplett autark unterwegs ist.
Häufige Fragen zu Tarvis mit Kindern
Wie viele Tage braucht man für Tarvis mit Kindern?
Für unsere wichtigsten Highlights waren zwei volle Tage ideal. Wir konnten die Laghi di Fusine, Fun Park, Monte Lussari, Tarvis, Slizza-Schlucht und Lago del Predil besuchen, ohne dass die Reise für uns stressig wurde.
Tarvis lässt sich außerdem richtig gut mit einem längeren Roadtrip durch Slowenien mit Kindern verbinden. Von hier seid ihr schnell im Soča-Tal und könnt anschließend Richtung Bohinj und Bled weiterfahren.
Was kann man in Tarvis mit Kindern unternehmen?
Unsere Favoriten waren die Laghi di Fusine, die Fahrt auf den Monte Lussari, der Fun Park dell’Angelo, die Slizza-Schlucht und Baden beziehungsweise SUP am Lago del Predil.
Sind die Laghi di Fusine mit Kindern geeignet?
Ja. Unsere fünf und sieben Jahre alten Kinder konnten die Runde um beide Seen gut gehen. Der offizielle Rundweg ist etwa 4,5 Kilometer lang und als leicht eingestuft. Für einen Kinderwagen finden wir die komplette Runde wegen Wurzeln und felsiger Passagen jedoch ungeeignet.

Wie lange braucht man für die Laghi di Fusine?
Die offizielle Gehzeit für die 4,5 Kilometer lange Runde beträgt etwa zwei Stunden. Wir waren mit Kindern, Mittagessen, Pausen und Baden ungefähr drei bis vier Stunden dort – und würden diese Zeit wieder einplanen.
Kann man bei den Laghi di Fusine parken?
Ja. Im Bereich der beiden Seen gibt es Parkmöglichkeiten. Der Zugang ist zu bestimmten Zeiten kostenpflichtig. Laut kommunaler Regelung kostet ein Pkw derzeit 5 Euro pro Tag, Wohnmobile und Camper 15 Euro.
Ist die Slizza-Schlucht für Kinder geeignet?
Nach unserer Erfahrung eindeutig ja. Die Runde ist ungefähr zwei Kilometer lang. Kleinere Kinder würden wir bei Bedarf in einer Trage mitnehmen. Für Kinderwagen ist die Slizza-Schlucht nicht geeignet.
Kann man im Lago del Predil baden?
Wir haben dort an einem heißen Sommertag gebadet und den Nachmittag am Wasser verbracht. Unsere Kinder waren außerdem mit dem SUP unterwegs. Die Bedingungen vor Ort solltet ihr natürlich immer aktuell prüfen.
Wenn ihr Bergseen genauso gerne mögt wie wir, findet ihr in unserem Roadtrip durch Südtirol und Norditalien mit Kindern noch viele weitere Seen, die wir mit unserem VW Bus besucht haben.
Lohnt sich der Monte Lussari mit Kindern?
Für uns ja. Gerade das kleine Bergdorf oben hat uns überrascht. Unsere Kinder fanden außerdem die Gondelfahrt und die Ziegen spannend. Wir würden für den Besuch etwa ein bis zwei Stunden plus Gondelfahrt einplanen, wenn ihr keine längere Wanderung plant.
Ist Tarvis für einen Wochenendtrip aus Österreich geeignet?
Gerade aus Kärnten und der Steiermark finden wir Tarvis ideal für einen Kurztrip. Von der Steiermark benötigten wir über Villach knapp drei Stunden bis zu den Laghi di Fusine.
Wenn ihr aus der Steiermark noch nach einer anderen Idee für ein abwechslungsreiches Familienwochenende sucht, können wir euch auch unseren Kurztrip an den Plattensee mit Kindern empfehlen – mit Siófok, BalaLand, Tihany und der Seehöhle in Tapolca.
Kann man rund um Tarvis gut campen?
Das kommt stark auf eure Ansprüche und euer Fahrzeug an. Für autarke Wohnmobile gibt es viele Stellmöglichkeiten. Mit unserem VW Bus ohne eigene Sanitäranlagen fanden wir die Situation schwieriger. Wir würden beim nächsten Mal früher nach einem Platz mit passender Infrastruktur suchen.
Unser Fazit: Würden wir Tarvis mit Kindern wieder machen?
Ja – und unsere Route würden wir tatsächlich fast genauso wieder machen.
Das größte Highlight unserer Reise waren für uns die Laghi di Fusine. Die Kombination aus glasklarem Wasser, Bergen, Wald und einer Wanderung, die auch mit Kindern gut machbar war, hat einfach gepasst.
Die größte Überraschung war dagegen der Monte Lussari. Wir hatten mit einer schönen Gondelfahrt und Bergpanorama gerechnet. Dass uns oben ein richtig kleines Bergdorf erwartet, in dem wir zwischen Häusern, Restaurants und Ziegen herumspazieren können, hatten wir so nicht am Schirm.
Auch die Slizza-Schlucht würden wir jederzeit wieder besuchen.

Was wir anders machen würden?
Die Übernachtungen besser planen.
Dass wir am Lago di Cavazzo spontan gar nichts Passendes gefunden haben, war schade und führte letztlich dazu, dass unsere Reise einen Tag früher endete.
Trotzdem – oder vielleicht gerade deshalb – ist uns dieser Kurztrip so positiv in Erinnerung geblieben. Wir hatten nicht das Gefühl, von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu hetzen. Wir konnten wandern, baden, Sommerrodeln, mit der Gondel auf den Berg fahren und zwischendurch einfach irgendwo sitzen und die Aussicht genießen. Und obwohl wir im August unterwegs waren, haben wir die Gegend nicht als überlaufen erlebt.
Für Familien, die gerne draußen sind und Tarvis mit Kindern unkompliziert für zwei oder drei Tage entdecken möchten, können wir diese Route deshalb wirklich empfehlen. Beim nächsten Mal würden wir außerdem Cave del Predil genauer erkunden. Und vielleicht klappt es dann auch mit dem Lago di Cavazzo.
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