Mit der richtigen Vorbereitung wird auch ein Langstreckenflug mit Kindern deutlich entspannter – hier teilen wir unsere besten Tipps und Erfahrungen aus unseren Fernreisen.
✈︎ Das erwartet euch in diesem Beitrag:
- Flugbuchung und beste Flugzeiten
- Sitzplatzwahl für Familien
- Handgepäck clever packen
- Beschäftigungsideen im Flugzeug
- Snacks und Getränke im Flugzeug
- Schlafen auf Langstreckenflügen
- Tipps gegen Ohrendruck beim Fliegen
- Unser Fazit
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Ein Langstreckenflug mit Kindern klingt im ersten Moment oft nach Stress, Müdigkeit und jeder Menge Organisation. Auch wir hatten vor unseren ersten langen Flügen mit zwei Kindern Respekt. Mittlerweile haben wir aber einige Fernreisen hinter uns und können aus eigener Erfahrung sagen: Mit der richtigen Vorbereitung sind auch zehn oder mehr Stunden im Flugzeug als Familie gut machbar.
Natürlich läuft nicht immer alles perfekt. Manchmal schlafen die Kinder später als gedacht, irgendwann wird es langweilig und nach vielen Stunden haben auch wir Eltern einfach genug vom Sitzen. Trotzdem haben wir auf unseren Langstreckenflügen einiges gelernt, das die Reise für uns deutlich entspannter macht – von der richtigen Flugzeit über das Handgepäck bis hin zu Beschäftigung, Snacks und kleinen Tricks gegen Ohrendruck.
In diesem Beitrag teilen wir deshalb genau die Tipps, Beschäftigungsideen und Reisegadgets, die wir auf unseren eigenen Langstreckenflügen mit Kindern ausprobiert haben und die sich für uns wirklich bewährt haben.
Kurz gesagt: Was hilft bei einem Langstreckenflug mit Kindern?
Für uns machen vor allem fünf Dinge einen Unterschied: möglichst passende Flugzeiten, eine gute Sitzplatzwahl, clever gepacktes Handgepäck, genügend Beschäftigung und Snacks – und möglichst wenig Stress, wenn der ursprüngliche Plan einmal nicht aufgeht.
Langstreckenflüge mit Kindern buchen – wann ist der beste Zeitpunkt?
Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Gerade bei Fernreisen mit Kindern spielen für uns neben dem Flugpreis auch die Reisezeit, die Verbindung, mögliche Zwischenstopps und die Verfügbarkeit familienfreundlicher Unterkünfte eine wichtige Rolle.
Da wir bei unseren Fernreisen mittlerweile an die Schulferien gebunden sind, buchen wir Langstreckenflüge häufig schon zehn bis zwölf Monate im Voraus, oft direkt nachdem die Flugpläne der Airlines veröffentlicht wurden. Natürlich ist das nicht immer der günstigste Preis – für uns überwiegen aber die Vorteile. Zum einen ist die Auswahl an Flügen zu diesem Zeitpunkt meist noch deutlich größer. Zum anderen sind familienfreundliche Unterkünfte in beliebten Reisezielen während der Ferien oft schnell ausgebucht. Wer früh plant, hat deshalb die größte Auswahl und kann die gesamte Reise deutlich entspannter organisieren.
Unser Tipp: Achtet bei der Flugbuchung nicht nur auf den Preis. Gerade bei Fernreisen mit Kindern sind oft andere Faktoren wichtiger:
- passende Flugzeiten (z. B. Nachtflug)
- eine möglichst kurze Gesamtreisedauer
- kurze und familienfreundliche Umsteigezeiten
- inkludiertes Aufgabe- und Handgepäck
- Kosten und Möglichkeiten der Sitzplatzreservierung
Bei Langstreckenflügen mit Kindern achten wir besonders auf die Flugzeiten. Am liebsten buchen wir Nachtflüge – oder bei Verbindungen mit Zwischenstopp zumindest jene Variante, bei der der längere Flug über Nacht stattfindet. Unsere Kinder schlafen dann meist einen großen Teil der Strecke, was die Reise für alle deutlich entspannter macht.
Das hat beispielsweise auf unserem Direktflug von Wien nach Bangkok sehr gut funktioniert. Da wir am Abend gestartet sind, konnten unsere Kinder einen großen Teil des rund zehnstündigen Fluges verschlafen. Auch auf unserer Reise nach Bali haben wir bewusst eine Verbindung gewählt, bei der der längere Flugabschnitt von Doha nach Denpasar über Nacht ging. Für uns persönlich sind solche Flugzeiten inzwischen wichtiger als ein etwas günstigerer Flug zu einer ungünstigen Zeit.
Auch die Umsteigezeiten spielen für uns eine wichtige Rolle. Wartezeiten von mehr als zwei bis drei Stunden versuchen wir nach Möglichkeit zu vermeiden, da sie die Anreise mit Kindern oft unnötig in die Länge ziehen.

Lässt sich ein längerer Aufenthalt jedoch nicht vermeiden oder lohnt sich ein Stopover, nutzen wir die Gelegenheit gerne, um eine neue Stadt kennenzulernen. So haben wir beispielsweise unseren Zwischenstopp in Doha genutzt und aus der Flugpause gleich ein zusätzliches Reiseerlebnis gemacht.
Wie wir die lange Anreise und unseren Stopover erlebt haben, erzählen wir ausführlicher in unserem Beitrag über Bali mit Kindern.
Für die Flugsuche nutzen wir meist Checkfelix oder Skyscanner, um verschiedene Airlines, Flugzeiten und Preise miteinander zu vergleichen. Oft lohnt es sich außerdem, verschiedene Abflughäfen in der Umgebung zu prüfen, da sich die Preise teilweise deutlich unterscheiden.
Unsere Flüge buchen wir entweder direkt bei der Airline oder – wenn der Preis im Reisebüro nur geringfügig höher ist – über ein Reisebüro wie Ruefa als Pauschalreise. Der kleine Aufpreis lohnt sich aus unserer Sicht oft. Kommt es zu Flugausfällen, erheblichen Verspätungen oder anderen Problemen, ist der Reiseveranstalter euer zentraler Ansprechpartner und muss sich um eine passende Lösung kümmern. Besonders auf Fernreisen mit Kindern nimmt das im Ernstfall viel Stress ab.
Die richtige Sitzplatzwahl im Flugzeug mit Kindern
Die Sitzplatzwahl wird bei der Flugbuchung oft unterschätzt. Gerade auf einem Langstreckenflug kann sie aber entscheidend dafür sein, wie entspannt die Reise für die ganze Familie verläuft. Nach mehreren Fernreisen haben wir für uns eine Sitzaufteilung gefunden, die sich besonders bewährt hat. Bei Flugzeugen mit einer 3-3-3-Sitzanordnung buchen wir eine komplette Dreierreihe am Fenster und zusätzlich den Sitzplatz direkt auf der anderen Seite des Gangs. So sitzt ein Elternteil gemeinsam mit den Kindern, während der andere direkt daneben Platz hat.
Fenster Mitte Gang | Gang Mitte Gang | Gang Mitte Fenster
👩 👧 👦 | 👨 X X | X X X
Für uns hat diese Variante mehrere Vorteile: Die Kinder sitzen nebeneinander, können gemeinsam spielen, malen oder schlafen und fühlen sich sicher. Gleichzeitig ist der Gang schnell erreichbar, wenn jemand zur Toilette muss oder sich zwischendurch kurz die Beine vertreten möchte.
Natürlich gibt es nicht die eine perfekte Sitzplatzwahl für jede Familie. Sie hängt unter anderem vom Flugzeugtyp, dem Alter der Kinder und der Anzahl der Mitreisenden ab. Unser Tipp ist deshalb, sich den Sitzplan gut anzusehen und verschiedene Möglichkeiten miteinander zu vergleichen. Eine gut gewählte Sitzplatzaufteilung kann den gesamten Flug deutlich angenehmer machen.
Wenn möglich, reservieren wir unsere Sitzplätze deshalb bereits bei der Buchung. Gerade auf einem zehnstündigen oder noch längeren Flug möchten wir nicht darauf hoffen müssen, dass wir als Familie erst beim Check-in passende Plätze nebeneinander bekommen.
Handgepäck für Langstreckenflüge mit Kindern – unsere Must-haves
Ein gut organisiertes Handgepäck ist für uns auf einem Langstreckenflug mit Kindern das A und O. Über die Jahre haben wir verschiedene Varianten ausprobiert und festgestellt, dass für uns Rucksäcke deutlich praktischer sind als klassische Handgepäckskoffer.
Meist reisen wir mit zwei größeren Rucksäcken, manchmal kommt noch ein kleinerer Rucksack dazu. Da wir auf Fernreisen ohnehin meist zwei große Koffer dabeihaben, lassen sich Rucksäcke deutlich einfacher tragen und handhaben. So müssen unsere Kinder nichts schleppen und wir Eltern haben trotzdem alles Wichtige griffbereit.
Ein weiterer Vorteil: Unsere Rucksäcke passen in der Regel problemlos unter den Vordersitz. Gerade auf Langstreckenflügen benötigen wir immer wieder etwas – sei es ein Snack, ein Spiel, Kopfhörer oder Wechselkleidung. So müssen wir nicht ständig das Gepäckfach über den Sitzen öffnen und haben alles schnell zur Hand.
Unsere Handgepäck-Checkliste
Diese Dinge dürfen bei uns auf einem Langstreckenflug mit Kindern nicht fehlen:
Dokumente & Wertsachen
Bauchtasche oder kleine Umhängetasche
- Reisepässe
- Bordkarten
- Reiseunterlagen
- Geldbörse
Kleidung
Einzeln für jedes Kind in Beuteln gepackt:
- Komplette Garnitur Wechselkleidung
- Warmer Pulli oder Weste
- Lange Hose (Klimaanlage im Flugzeug ist häufig recht kühl eingestellt)
Verpflegung
- Snacks
- Trinkflaschen
- Weiter zu „Snacks & Getränke„
Reiseapotheke
- Desinfektionsmittel
- Pflaster
- persönliche bzw. für unsere Kinder benötigte Medikamente
Beschäftigung
- Tablet & Kinderkopfhörer
- Spiele
- Bücher
- Weiter zu „Beschäftigungsideen„
Schlafen
- Flugzeughängematte
- Aufblasbare Nackenstütze
- Kleines Kuscheltier oder Schnuffeltuch
- Weiter zu „Schlafen im Flugzeug“
Unser Tipp: Packt euer Handgepäck so, dass die Dinge, die ihr während des Fluges am häufigsten benötigt, ganz oben oder in einem separaten Fach verstaut sind. Gerade mit Kindern spart ihr euch dadurch viel Zeit und müsst nicht jedes Mal den gesamten Rucksack ausräumen.
Was wir darüber hinaus an Medikamenten und kleinen Helfern für unsere Kinder einpacken, findet ihr in unserer ausführlichen Reiseapotheke für Kinder.
Beschäftigung im Flugzeug für Kinder – unsere besten Ideen
Auf einem Langstreckenflug vergeht die Zeit für Kinder oft anders als für Erwachsene. Nach dem Essen, einem Film oder einer Schlafpause kommt schnell die Frage: „Wie lange dauert es noch?“ Genau deshalb überlegen wir uns schon vor jeder Fernreise, welche Beschäftigungen wir mitnehmen.
Neben Tablet und Filmen dürfen bei uns auch klassische Beschäftigungen nicht fehlen. Malbücher, Stickerhefte, kleine Spiele oder Rätsel sorgen immer wieder für Abwechslung und haben den Vorteil, dass unsere Kinder dabei kreativ werden und sich selbst beschäftigen können. Außerdem packen wir gerne ein oder zwei kleine Überraschungen ein – zum Beispiel ein neues Stickerheft, ein Malbuch oder ein neues kleines Spiel. Diese heben wir uns bewusst für später auf – meistens für genau den Moment, in dem die ersten Beschäftigungsideen langsam langweilig werden. Bei unseren Kindern funktioniert das bisher erstaunlich gut.
Je nach Alter eignen sich natürlich unterschiedliche Spielsachen. Deshalb haben wir unsere persönlichen Empfehlungen nach Altersgruppen zusammengestellt. Viele davon begleiten uns übrigens nicht nur auf Fernreisen, sondern kommen auch bei langen Autofahrten, Restaurantbesuchen oder Wartezeiten immer wieder zum Einsatz. Noch mehr Ideen dafür findet ihr in unserem Beitrag Lange Autofahrten mit Kindern – unsere Tipps für eine entspannte Reise.
Unsere Beschäftigungsempfehlungen nach Alter
Kinder von 2 bis 5 Jahren
Alle vorgestellten Beschäftigungsideen haben wir bereits selbst auf unseren Langstreckenflügen getestet und können sie aus eigener Erfahrung empfehlen.
Tablet und Kinderkopfhörer – auf Langstreckenflügen für uns unverzichtbar
Auch wenn wir unterwegs auf eine gute Mischung aus Spielen, Büchern und kreativer Beschäftigung setzen, gehören auf längeren Flügen mittlerweile auch ein Tablet und gute Kinderkopfhörer zu unserem Handgepäck.
Bei der Bildschirmzeit sehen wir einen Langstreckenflug übrigens ziemlich entspannt. Natürlich malen, spielen und lesen unsere Kinder zwischendurch auch. Aber wenn nach einigen Stunden ein Film für Ruhe sorgt und alle zufrieden sind, ist das für uns vollkommen in Ordnung. Ein zehnstündiger Flug ist für uns einfach nicht der richtige Moment, um über jede zusätzliche Minute Bildschirmzeit zu diskutieren.
Auf den Kinder-Tablets laden wir bereits zu Hause passende Filme, Serien und Spiele herunter, sodass wir während des Fluges keine Internetverbindung benötigen. Besonders bewährt hat sich bei uns ein Kinder-Tablet, das robust ist und eine lange Akkulaufzeit bietet. Ebenso wichtig sind Kinderkopfhörer mit Lautstärkebegrenzung, damit unsere Kinder Hörspiele oder Filme genießen können, ohne andere Passagiere zu stören.
Hier findet ihr unser empfohlenes Tablet und unsere Kinderkopfhörer:
♥ Kratzis-Tipp
Auf fast jedem Langstreckenflug malen unsere Kinder ein Bild für die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter. Deshalb dürfen ein kleiner Malblock und Buntstifte in unserem Handgepäck nie fehlen. Sobald gerade etwas Ruhe herrscht, dürfen sie ihr Kunstwerk persönlich überreichen.
Die Freude bei der Crew ist jedes Mal riesig. Unsere Kinder können sich dabei kurz die Beine vertreten, kommen mit den Flugbegleiterinnen und Flugbegleitern ins Gespräch und wurden dafür schon öfter mit einer kleinen Aufmerksamkeit überrascht.
Für uns gehört dieser kleine Brauch mittlerweile einfach zu jeder Fernreise dazu. Er schafft besondere Erinnerungen – für unsere Kinder genauso wie für die Crew.
Snacks und Getränke im Flugzeug – unsere Tipps für Langstreckenflüge mit Kindern
Gerade auf einem Langstreckenflug dürfen bei uns ausreichend Snacks nicht fehlen. Zwar bieten die meisten Airlines Mahlzeiten und Getränke an, bis zur nächsten Essensausgabe kann es aber durchaus einige Stunden dauern. Kleine Snacks stillen nicht nur den Hunger zwischendurch, sondern sorgen auch immer wieder für eine willkommene Abwechslung.
Unsere Snacks packen wir meist in einen separaten kleinen Rucksack, damit wir sie während des Fluges jederzeit griffbereit haben. Obst und Gemüsesticks transportieren wir außerdem in einer Edelstahljausenbox. So bleiben sie auch auf längeren Flügen angenehm kühl. Das Praktische daran: Die Box begleitet uns anschließend während der gesamten Reise und kommt auch bei Tagesausflügen oder Wanderungen immer wieder zum Einsatz.
Diese Snacks haben sich bei uns besonders bewährt:
- Brote oder Weckerl
- Knabbernossi oder ähnliche kleine Snackwürste
- Heidelbeeren oder Erdbeeren (je nach Saison)
- Karotten-, Gurken- oder Paprikasticks
- Weintrauben
- Salzstangen, Brezeln oder Cracker
- Müsliriegel
- Nüsse oder Studentenfutter
- Süßigkeiten, wie z.B. Lutscher, als kleine Überraschung für zwischendurch
Bei internationalen Flügen denken wir außerdem daran, dass nicht jedes Lebensmittel ins Reiseland eingeführt werden darf. Übrig gebliebenes Obst, Gemüse, Fleisch oder andere problematische Lebensmittel essen oder entsorgen wir deshalb gegebenenfalls noch vor der Einreise und informieren uns vorab über die jeweiligen Bestimmungen unseres Reiseziels.
Für Start und Landung haben wir immer etwas zum Kauen oder Trinken dabei. Mittlerweile kauen unsere Kinder meist Kaugummi oder ein Kaubonbon, wie zum Beispiel ein Maoam. Als sie noch kleiner waren, halfen ein Quetschie, das Fläschchen oder das Stillen. Das hat den Druckausgleich im Flugzeug erleichtert und Ohrenschmerzen vorgebeugt.
Unser Tipp: Nehmt bewusst lieber viele kleine Snacks als wenige große Mahlzeiten mit. So könnt ihr flexibel auf Hunger, Wartezeiten oder auch kleine Stimmungstiefs reagieren. Und gebt die Snacks nicht alle auf einmal aus. Wir verteilen sie bewusst über den gesamten Flug. Das sorgt immer wieder für kleine Highlights und hilft, längere Wartezeiten bis zur nächsten Mahlzeit entspannt zu überbrücken.
Die vakuumisolierten Edelstahltrinkflaschen unserer Kinder gehören ebenfalls immer ins Handgepäck. Vor der Sicherheitskontrolle trinken wir sie komplett aus und füllen sie anschließend wieder auf – entweder vor dem Boarding oder wir lassen sie uns im Flugzeug vom Flugpersonal mit Wasser befüllen. Das hat auf unseren bisherigen Langstreckenflügen immer problemlos funktioniert und unsere Kinder haben während des gesamten Fluges jederzeit etwas zu trinken. Besonders praktisch finden wir, dass die Getränke in den vakuumisolierten Edelstahltrinkflaschen lange angenehm kühl bleiben. Und auch am Reiseziel sind sie täglich im Einsatz – egal ob bei Ausflügen, Wanderungen, Stadtbesichtigungen oder am Strand.
Schlafen im Flugzeug mit Kindern – unsere besten Tipps für einen entspannten Langstreckenflug
Damit unsere Kinder möglichst viel vom Langstreckenflug verschlafen, achten wir bereits bei der Flugbuchung darauf, wenn möglich einen Nachtflug oder zumindest eine Verbindung zu wählen, bei der der längere Flug über Nacht stattfindet. Das hat sich für uns auf Fernreisen bestens bewährt, denn so kommen unsere Kinder meist deutlich ausgeruhter am Reiseziel an.
Natürlich klappt das nicht auf jedem Flug gleich gut. Die Aufregung, ungewohnte Geräusche oder die vielen neuen Eindrücke können das Einschlafen erschweren. Unser Tipp: Möglichst entspannt bleiben und Kinder nicht unter Druck setzen. Meist finden sie nach einiger Zeit ganz von selbst in den Schlaf.
Über die Jahre haben wir außerdem einige Reisegadgets entdeckt, die das Schlafen im Flugzeug deutlich angenehmer machen und auf keiner Fernreise mehr fehlen dürfen.

Diese Helfer haben sich bei uns besonders bewährt:
- Flugzeughängematte – unser absoluter Geheimtipp für Langstreckenflüge. Die Hängematte wird vorne am Tisch des Vordersitzes und hinten am eigenen Sitz befestigt. Dadurch können unsere Kinder ihre Beine hochlegen und sitzen deutlich bequemer. Gerade beim Schlafen macht das einen riesigen Unterschied. Auch wir Eltern nutzen die Hängematte gerne, indem wir unsere Beine quer darauf ablegen und so zwischendurch die Füße entlasten.
- Aufblasbare Nackenstütze – sie stützt den Kopf beim Schlafen und verhindert, dass er ständig nach vorne oder zur Seite kippt. Wird sie gerade nicht als Nackenstütze verwendet, eignet sie sich auch hervorragend als kleines Kissen.
- Kuscheltier oder Lieblingsdecke – vertraute Begleiter geben unseren Kindern ein Gefühl von Sicherheit und erleichtern das Einschlafen.
- Pullover oder eine Weste – auch wenn es auf den meisten Langstreckenflügen auf Wunsch eine Decke gibt, empfinden wir die Klimaanlage oft als ziemlich kühl. Deshalb haben wir immer noch eine zusätzliche Schicht zum Anziehen dabei. Nach einer Decke zu fragen, hat bei unseren bisherigen Fernreisen übrigens immer problemlos funktioniert.
Alle Reisegadgets, die wir auf unseren Langstreckenflügen selbst verwenden und empfehlen können, haben wir euch hier verlinkt:
Ohrendruck im Flugzeug bei Kindern – unsere Erfahrungen und Tipps
Vor Start und vor allem während der Landung ist der Druckausgleich für viele Kinder die größte Herausforderung beim Fliegen. Besonders wenn die Nase leicht verstopft ist, kann der schnelle Druckwechsel unangenehm sein und zu Ohrenschmerzen führen. Zum Glück haben sich bei unseren Fernreisen einige einfache Maßnahmen bewährt.
Unsere Tipps für einen besseren Druckausgleich im Flugzeug:
- Abschwellende Nasentropfen oder Nasenspray – vor dem Start und vor der Landung geben wir unseren Kindern abschwellende Nasentropfen. Dadurch gelingt der Druckausgleich meist deutlich besser. Da die Anwendung vom Alter und vom jeweiligen Präparat abhängt, würden wir das vorab mit dem Kinderarzt oder der Kinderärztin abklären.
- Kaugummi oder Kaubonbons – unsere Kinder kauen während Start und Landung meist Kaugummi oder ein Kaubonbon. Die Kaubewegung unterstützt das Öffnen der Ohrtrompete und erleichtert den Druckausgleich.
- Trinken oder Quetschie für kleinere Kinder – als unsere Kinder noch kleiner waren, haben ein Quetschie, das Fläschchen, der Schnuller oder – je nach Alter – das Stillen den Druckausgleich sehr gut unterstützt.
- Bewusst gähnen oder den „Löwen“ machen – unseren Kindern sagen wir vor dem Start und vor allem vor der Landung oft, sie sollen so tun, als wären sie ein Löwe. Dabei reißen sie den Mund ganz weit auf und schieben den Unterkiefer leicht nach vorne – natürlich ohne oder nur mit einem ganz leisen Brüllen. Das lockert die Muskulatur und unterstützt den Druckausgleich auf spielerische Weise.
Mit diesen einfachen Maßnahmen hatten unsere Kinder auf unseren bisherigen Langstreckenflügen kaum Probleme mit Ohrenschmerzen. Natürlich reagiert jedes Kind unterschiedlich, doch oft helfen schon kleine Tricks dabei, den Druckausgleich deutlich angenehmer zu machen. Unser Tipp: Bleibt selbst entspannt und erklärt euren Kindern bereits vor dem Start, was beim Fliegen mit den Ohren passiert. So wissen sie, was auf sie zukommt, und machen beim Kauen, Trinken oder unserem „Löwen-Trick“ meist begeistert mit.
Unsere wichtigsten Tipps für einen Langstreckenflug mit Kindern auf einen Blick
Nach mehreren Fernreisen mit unseren Kindern sind es vor allem diese Dinge, die für uns einen Unterschied machen:
- Wenn möglich einen Nachtflug oder den längsten Flugabschnitt über Nacht wählen.
- Sitzplätze früh reservieren und die Sitzaufteilung vorher überlegen.
- Handgepäck so packen, dass Snacks, Wechselkleidung und Beschäftigung sofort erreichbar sind.
- Lieber mehrere kleine Beschäftigungen als zu viel Spielzeug mitnehmen.
- Ein oder zwei neue Überraschungen erst später während des Fluges hervorholen.
- Bei Snacks lieber mehrere kleine Portionen einpacken.
- Beim Thema Bildschirmzeit während eines langen Fluges entspannt bleiben.
- Für Start und Landung etwas zum Trinken oder Kauen bereithalten.
- Nicht erwarten, dass mit Kindern alles exakt nach Plan läuft.
Für uns ist genau diese Mischung aus Vorbereitung und Gelassenheit inzwischen der wichtigste Tipp für einen entspannten Langstreckenflug als Familie.
Fazit: Langstreckenflug mit Kindern? Mit der richtigen Vorbereitung entspannter als gedacht

Ein Langstreckenflug mit Kindern klingt für viele Familien zunächst nach einer großen Herausforderung. Unsere Erfahrung zeigt jedoch: Mit einer guten Vorbereitung, dem passenden Handgepäck und abwechslungsreicher Beschäftigung verläuft die Reise oft viel entspannter als erwartet.
Natürlich läuft nicht jeder Flug perfekt. Es gibt müde Kinder, unerwartete Verspätungen oder Momente, in denen nicht alles nach Plan funktioniert. Genau deshalb versuchen wir, möglichst gelassen zu bleiben und unsere Erwartungen nicht zu hoch anzusetzen. Oft sind es gerade die kleinen Dinge – ein Lieblingssnack, ein spannendes Stickerheft oder ein kurzer Spaziergang durch das Flugzeug –, die den entscheidenden Unterschied machen.
Unsere wichtigsten Begleiter auf Fernreisen sind mittlerweile eine durchdachte Handgepäckorganisation, ausreichend Snacks, bewährte Reisegadgets und Beschäftigungen, die unseren Kindern wirklich Spaß machen. Viele der Tipps aus diesem Beitrag haben sich bereits auf mehreren Langstreckenflügen bewährt und gehören für uns heute ganz selbstverständlich zu jeder Fernreise.
Wenn ihr gerade euren ersten Langstreckenflug mit Kindern plant und noch etwas Respekt davor habt: Das ging uns genauso. Mittlerweile gehören Fernreisen für uns zu den schönsten gemeinsamen Reiseerlebnissen – und die vielen Stunden im Flugzeug sind am Ende meistens viel schneller vorbei, als wir vorher denken.
Häufige Fragen zum Langstreckenflug mit Kindern
Ist ein Nachtflug mit Kindern besser?
Für uns persönlich funktionieren Nachtflüge sehr gut. Unsere Kinder schlafen dabei meist einen großen Teil der Strecke, weshalb wir bei Fernreisen nach Möglichkeit einen Nachtflug oder zumindest den längsten Flugabschnitt über Nacht wählen. Ob das auch für andere Familien die beste Lösung ist, hängt natürlich vom Schlafverhalten der Kinder ab.
Was gehört bei einem Langstreckenflug mit Kindern ins Handgepäck?
Bei uns gehören Reisepässe und Reiseunterlagen, Wechselkleidung, ein warmer Pullover, Snacks, Trinkflaschen, benötigte Medikamente, Tablet und Kinderkopfhörer, Bücher, kleine Spiele sowie etwas zum Malen ins Handgepäck.
Wie beschäftigt man Kinder auf einem langen Flug?
Bei uns funktioniert eine Mischung aus Malen, Rätseln, kleinen Spielen, Büchern, Filmen und Snacks am besten. Zusätzlich nehmen wir ein oder zwei kleine Überraschungen mit, die unsere Kinder vorher noch nicht kennen und die wir erst hervorholen, wenn nach einigen Stunden die Langeweile kommt.
Was hilft Kindern beim Druckausgleich im Flugzeug?
Unsere Kinder kommen mit Kauen, Trinken und bewusstem Gähnen gut zurecht. Als sie kleiner waren, halfen bei Start und Landung beispielsweise Fläschchen, Stillen, Schnuller oder ein Quetschie. Heute funktionieren Kaugummi oder Kaubonbons gut. Unser spielerischer „Löwen-Trick“ mit weit geöffnetem Mund kommt ebenfalls immer noch zum Einsatz.
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