Seit vielen Jahren sind wir mit unseren Kindern auf Roadtrips unterwegs und verbringen dabei auch einige Stunden im Auto. Wir zeigen euch, wie wir lange Autofahrten mit Kindern planen, was bei uns unterwegs wirklich funktioniert – und was wir inzwischen ganz entspannt sehen.
Das erwartet euch in diesem Beitrag:
- Unsere wichtigsten Tipps für lange Autofahrten mit Kindern
- Gute Planung vor der Autofahrt
- Die beste Abfahrtszeit: morgens, tagsüber oder nachts?
- Fahrtdauer und Pausen mit Kindern
- Kinder auf langen Autofahrten beschäftigen
- Unsere liebsten Spiele fürs Auto
- Snacks für lange Autofahrten
- Was bei uns im Auto griffbereit liegt
- Was sich mit dem Alter der Kinder verändert
- Streit und Langeweile unterwegs
- Schöne Zwischenstopps statt reiner Fahrpausen
- Unsere wichtigsten Learnings
- Häufige Fragen zu langen Autofahrten mit Kindern
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Lange Autofahrten gehören bei unseren Reisen einfach dazu. Wir sind seit vielen Jahren mit unseren Kindern auf Roadtrips unterwegs – ob Richtung Italien, Slowenien und Kroatien oder weiter durch den Balkan. Dabei haben wir einiges ausprobiert und vor allem gemerkt: Was bei einer langen Autofahrt mit Kindern gut funktioniert, verändert sich mit dem Alter immer wieder.
Unsere Kinder sind mittlerweile fünf und sieben Jahre alt. Fahrten von mehreren Stunden sind für uns heute meistens recht unkompliziert. Das war nicht immer so – und auch heute gibt es Tage, an denen die Stimmung früher kippt als erwartet. Deshalb halten wir wenig von pauschalen Regeln wie „Fahrt unbedingt nachts“ oder „Kinder brauchen alle zwei Stunden eine Pause“. Was gut funktioniert, hängt vom Alter der Kinder, der Strecke, der Tageszeit und nicht zuletzt von der Tagesverfassung aller Beteiligten ab.
Trotzdem gibt es einige Dinge, die sich bei unseren langen Autofahrten bewährt haben: Wir planen mögliche Pausen schon vor der Abfahrt, haben ausreichend Snacks und verschiedene Beschäftigungen griffbereit und sind mittlerweile auch beim Thema Tablet ziemlich entspannt. Bei sehr langen Strecken teilen wir die Anreise außerdem gerne auf und suchen uns unterwegs Orte, an denen wir ohnehin gerne einen Stopp machen würden. So ist die Anreise für uns nicht nur die Strecke, die wir irgendwie hinter uns bringen müssen, sondern oft schon der erste Teil des Roadtrips.

In diesem Beitrag teilen wir unsere Erfahrungen und Tipps für lange Autofahrten mit Kindern – von der passenden Abfahrtszeit über Pausen und Beschäftigung bis zu Snacks, Spielen und der Frage, was bei uns hilft, wenn irgendwann wirklich niemand mehr im Auto sitzen möchte.
Unsere wichtigsten Tipps für lange Autofahrten mit Kindern
Wenn wir eines aus unseren bisherigen Roadtrips gelernt haben, dann, dass eine entspannte Autofahrt mit Kindern vor allem von guter Vorbereitung und etwas Flexibilität lebt. Das sind die Dinge, die sich bei uns besonders bewährt haben:
- Fahrzeit realistisch planen: Zur reinen Fahrzeit kommen mit Kindern fast immer Pausen, Essen, Toilettenstopps oder ungeplante Verzögerungen dazu.
- Mehrere mögliche Pausenstopps heraussuchen: Wir suchen vorab gerne nach Spielplätzen, Seen, Flüssen oder Restaurants mit Spielplatz entlang der Strecke.
- Die Abfahrtszeit an die Familie anpassen: Abends loszufahren funktioniert bei uns oft gut. Reine Nachtfahrten dagegen weniger.
- Pausen für Bewegung nutzen: Bei uns haben sich Stopps nach etwa zwei bis drei Stunden bewährt. Ideal ist ein Ort, an dem die Kinder wirklich laufen und sich austoben können.
- Beschäftigung vorbereiten: Filme und Serien herunterladen, Hörgeschichten aussuchen und ein paar neue Rätsel- oder Malhefte einpacken.
- Snacks griffbereit haben: Davon können wir auf langen Autofahrten eigentlich nie genug dabeihaben – möglichst ohne allzu viele Brösel.
- Tablet ohne schlechtes Gewissen einsetzen: Mittlerweile sind wir dabei ziemlich entspannt. Gerade auf langen Etappen ist es für uns eine Beschäftigung wie andere auch.
- Wechselkleidung erreichbar verstauen: Nicht ganz unten im Kofferraum – spätestens nach einem verschütteten Getränk weiß man, warum.
- Sehr lange Anreisen aufteilen: Eine zusätzliche Übernachtung oder ein schöner Zwischenstopp kann aus einer anstrengenden Anreise schon den ersten Teil des Urlaubs machen.

Eine entspannte Autofahrt mit Kindern beginnt bei der Planung
Natürlich kann man nicht jede Eventualität einer langen Autofahrt vorhersehen. Ein Stau, schlechte Stimmung oder eine ungeplante Toilettenpause halten sich schließlich nicht an den Reiseplan. Trotzdem merken wir immer wieder, wie viel entspannter wir unterwegs sind, wenn wir uns vor der Abfahrt ein paar Gedanken über die Strecke machen.
Fahrzeit mit Kindern realistisch einschätzen
Die Fahrzeit in Google Maps ist für uns bei längeren Familienreisen eher ein Ausgangspunkt als die tatsächliche Zeit, die wir bis zum Ziel brauchen werden. Gerade auf Roadtrips kommen Pausen, Essen, Verkehr und spontane Stopps dazu. Auf manchen Strecken spielen außerdem Grenzübergänge oder langsamere Straßen eine Rolle.
Unsere längste Autofahrt mit den Kindern an einem Tag lag bisher bei ungefähr sieben Stunden. Mittlerweile sind sie fünf und sieben Jahre alt und bis zu drei Stunden am Stück funktionieren bei uns meistens gut. Insgesamt sind auch rund sechs Stunden Fahrzeit mit einer längeren Pause dazwischen inzwischen recht unkompliziert möglich.
Das ist aber ausdrücklich unsere aktuelle Erfahrung und keine allgemeine Empfehlung, wie lange Kinder im Auto sitzen können oder sollen. Als unsere Kinder kleiner waren, sahen unsere Autofahrten anders aus. Und selbst heute gibt es Tage, an denen nach zwei Stunden dringend eine Pause nötig ist, während es an einem anderen Tag gerade überhaupt keinen Sinn ergeben würde, schlafende Kinder für einen geplanten Stopp aufzuwecken. Deshalb planen wir bei längeren Fahrten lieber mit ausreichend Zeitreserve, anstatt schon vor der Abfahrt eine möglichst schnelle Ankunftszeit im Kopf zu haben.
Lange Strecken müssen nicht an einem Tag geschafft werden
Wir haben längere Anreisen schon öfter auf zwei oder mehrere Tage aufgeteilt. Nicht nur, weil es mit Kindern angenehmer sein kann, sondern auch, weil wir es schade finden, auf einem Roadtrip durch mehrere Länder zu fahren und davon eigentlich nichts zu sehen. Wenn entlang der Strecke ein Ort liegt, den wir ohnehin gerne besuchen möchten, machen wir daraus lieber einen längeren Zwischenstopp oder bleiben gleich über Nacht. Das nimmt den Zeitdruck aus der Fahrt und die Anreise wird selbst ein Teil der Reise.
Gerade mit unserem Bus lässt sich das gut kombinieren. Manchmal fahren wir am Abend noch ein erstes Stück, gehen unterwegs essen und fahren danach weiter. Wenn die Kinder dabei einschlafen, können wir sie am Campingplatz oft direkt ins Dachzelt legen. Am nächsten Morgen geht es ausgeschlafen mit der nächsten Etappe weiter.

Wir haben längere Anreisen schon öfter auf zwei oder mehrere Tage aufgeteilt. Nicht nur, weil es mit Kindern angenehmer sein kann, sondern auch, weil wir es schade finden, auf einem Roadtrip durch mehrere Länder zu fahren und davon eigentlich nichts zu sehen. Gerade bei unserem Balkan-Roadtrip mit Kindern haben wir gemerkt, wie angenehm es ist, weniger Kilometer pro Tag einzuplanen und dafür spontan an einem Fluss, Wasserfall oder anderen schönen Ort stehen bleiben zu können.
Pausen schon vor der Abfahrt recherchieren
Eine Sache bereiten wir bei längeren Autofahrten inzwischen ziemlich genau vor: mögliche Pausenorte. Wir schauen uns die Strecke vorab auf Google Maps an und suchen beispielsweise nach Seen oder Flüssen, die nicht weit von unserer Route entfernt liegen. Außerdem schauen wir nach Restaurants mit Spielplatz oder anderen Orten, an denen die Kinder nicht nur aus dem Auto steigen, sondern sich auch wirklich bewegen können.
Dabei suchen wir möglichst nicht nur einen einzigen Stopp heraus, sondern mehrere Möglichkeiten entlang der Strecke. Schließlich weiß man vorher nie genau, wann eine Pause tatsächlich notwendig wird. Vielleicht schlafen die Kinder gerade, wenn wir beim ersten geplanten Stopp vorbeikommen. Vielleicht haben sie schon eine Stunde früher Hunger. Oder der Verkehr sorgt dafür, dass wir viel später dort wären als gedacht. Mit mehreren gespeicherten Möglichkeiten können wir unterwegs spontan entscheiden, was gerade am besten passt.
Wann ist die beste Abfahrtszeit mit Kindern?
Frühmorgens starten, die Fahrt auf den Mittagsschlaf legen oder doch lieber die ganze Nacht durchfahren? Auf diese Frage gibt es unserer Erfahrung nach keine Antwort, die für jede Familie und jedes Alter funktioniert.
Wir haben im Laufe der Jahre unterschiedliche Varianten ausprobiert und passen die Abfahrtszeit heute an die Länge der Strecke und unsere weitere Reiseplanung an.
Abends losfahren funktioniert bei uns oft gut
Eine Variante, die wir gerade bei längeren Roadtrips gerne nutzen, ist am Abend die erste Etappe zu fahren. Wir starten beispielsweise am späten Nachmittag oder frühen Abend, fahren ein Stück und verbinden die erste Pause gleich mit einem Abendessen. Danach geht es noch einmal ins Auto. Unsere Kinder schlafen während dieser zweiten Etappe meistens irgendwann ein.
Wenn wir mit dem Bus campen, ist das besonders praktisch: Kommen wir später am Campingplatz an, müssen die Kinder im Idealfall nur noch ins Aufstelldach übersiedeln. Auch bei einer Übernachtung in einer Unterkunft hat das bei uns bisher meistens gut funktioniert. So haben wir am ersten Abend bereits einen Teil der Strecke geschafft, ohne dafür einen kompletten Reisetag im Auto zu verbringen.
Gerade auf dem Weg Richtung Slowenien oder Italien lassen sich solche Pausen wunderbar in die Route einbauen. Auch bei unserem Roadtrip durch Slowenien mit Kindern haben wir die Anreise bereits mit einer Zwischenübernachtung verbunden.
Früh morgens oder tagsüber losfahren
Natürlich starten wir nicht jede Reise am Abend. Wir sind genauso schon früh morgens oder zu Mittag losgefahren. Wenn ein größerer Teil der Strecke tagsüber stattfindet, planen wir allerdings bewusster mehrere Pausen und Beschäftigungsmöglichkeiten ein. Dann wissen wir von Anfang an, dass wir vermutlich nicht sechs Stunden mit nur einem kurzen Tankstopp durchfahren werden – und planen die Ankunft entsprechend großzügig.
Nachts mit Kindern fahren? Für uns eher nicht
Nachtfahrten klingen zunächst verlockend: Die Kinder schlafen und am nächsten Morgen ist man am Urlaubsziel. Zumindest in der Theorie. Wir haben es ausprobiert und festgestellt, dass es für uns nicht besonders gut funktioniert. Unsere Kinder schlafen im Auto nachts nicht automatisch so gut und so lange wie in ihrem Bett. Dadurch waren sie am nächsten Tag müde und entsprechend schlecht gelaunt – und wir Erwachsenen nach einer Nacht im Auto natürlich auch nicht unbedingt erholt.
Deshalb fahren wir mittlerweile lieber am Abend ein Stück und übernachten unterwegs, anstatt die komplette Nacht durchzufahren. Das heißt aber nicht, dass Nachtfahrten grundsätzlich eine schlechte Idee sind. Wir kennen genügend Familien, bei denen genau diese Variante gut funktioniert. Entscheidend ist für uns weniger eine allgemeine Regel als die Frage: Schlafen die Kinder im Auto tatsächlich gut – und ist die Person am Steuer zu dieser Uhrzeit noch fit und konzentriert?
Wie lange können Kinder am Stück Auto fahren?
Eine fixe Stundenanzahl würden wir hier nicht nennen. Dafür sind Kinder und Familien viel zu unterschiedlich. Wie lange eine Autofahrt gut funktioniert, hängt unter anderem vom Alter, der Tageszeit, dem Schlaf, der Beschäftigung und schlicht von der Tagesverfassung ab. Auch Kinder, die normalerweise problemlos längere Strecken fahren, können an einem anderen Tag schon wesentlich früher genug haben.
Bei unseren mittlerweile fünf- und siebenjährigen Kindern sind zwei bis drei Stunden am Stück meistens kein Problem. Als sie kleiner waren, mussten wir unsere Fahrten noch anders planen. Mit zunehmendem Alter sind nicht nur längere Etappen einfacher geworden, auch die Möglichkeiten zur Beschäftigung haben sich verändert.
Wir orientieren uns deshalb weniger an einer fixen Zeit auf der Uhr als daran, wie es gerade allen im Auto geht. Wenn die Kinder zufrieden beschäftigt sind oder schlafen und auch der Fahrer noch fit ist, würden wir nicht nur deshalb anhalten, weil eine vorher festgelegte Pausenzeit erreicht ist. Umgekehrt bringt es wenig, eine geplante Pause unbedingt noch eine halbe Stunde hinauszuzögern, wenn auf der Rückbank längst die Stimmung kippt.

Pausen bei langen Autofahrten mit Kindern
Bei uns haben sich bei längeren Fahrten Pausen nach ungefähr zwei bis drei Stunden gut bewährt. Viel wichtiger als der genaue Zeitpunkt ist für uns aber, wie wir diese Pause verbringen.
Lieber Bewegungspause als nur Tankstellenpause
Nach mehreren Stunden im Kindersitz bringt es unseren Kindern wenig, wenn sie aus dem Auto aussteigen und sich anschließend eine halbe Stunde in ein Restaurant setzen sollen. Wenn möglich, suchen wir deshalb einen Ort, an dem sie laufen, spielen oder zumindest ein bisschen herumspazieren können.
Ein Spielplatz ist natürlich ideal. Aber auch ein kurzer Spaziergang an einem See oder Fluss funktioniert gut. Manchmal verbinden wir die Pause mit dem Essen und suchen gezielt nach einem Restaurant mit Spielplatz. Gerade wenn danach noch mehrere Stunden Autofahrt vor uns liegen, merken wir einen deutlichen Unterschied, wenn die Kinder ihre Pause wirklich zum Bewegen nutzen konnten.

Nicht jeder Zwischenstopp muss möglichst kurz sein
Früher denkt man bei einer langen Anreise vielleicht vor allem daran, möglichst schnell wieder auf die Autobahn zu kommen. Bei unseren Roadtrips sehen wir das mittlerweile anders. Wenn wir ohnehin eine längere Pause brauchen und in der Nähe der Route ein schöner Ort liegt, können daraus auch einmal zwei oder drei Stunden werden. Ein Tierpark, ein See, ein Motorikpark oder eine kleine Sehenswürdigkeit sind dann nicht nur eine Unterbrechung der Autofahrt, sondern bereits ein Teil der Reise.
Bei sehr langen Strecken gehen wir noch einen Schritt weiter und planen eine Zwischenübernachtung ein. Das kostet auf dem Papier natürlich mehr Zeit. Für uns fühlt sich die Reise dadurch aber häufig entspannter an – und wir sehen unterwegs Orte, an denen wir sonst einfach vorbeigefahren wären. Genau deshalb recherchieren wir unsere möglichen Zwischenstopps inzwischen fast genauso bewusst wie manche Programmpunkte am eigentlichen Reiseziel.
Richtung Slowenien haben wir mittlerweile einige Plätze ausprobiert – unsere Erfahrungen findet ihr bei unseren Campingplätzen in Slowenien mit Kindern.
Kinder auf langen Autofahrten beschäftigen: Abwechslung statt Dauerprogramm
Eine der häufigsten Fragen vor einer langen Autofahrt mit Kindern ist wahrscheinlich: Wie beschäftigen wir die Kinder mehrere Stunden im Auto?
Bei uns funktioniert vor allem Abwechslung. Wir versuchen dabei aber nicht, für jede Viertelstunde ein neues Spiel oder eine andere Beschäftigung vorzubereiten. Oft schauen die Kinder einfach aus dem Fenster, wir reden miteinander oder hören gemeinsam Musik. Und wenn das nicht mehr reicht, haben wir verschiedene Beschäftigungen griffbereit.
Was gut funktioniert, hat sich bei uns mit dem Alter der Kinder deutlich verändert. Manche Dinge, die früher spannend waren, interessieren sie heute weniger. Andere Beschäftigungen funktionieren mit fünf und sieben Jahren inzwischen wesentlich länger.
Tablet und Filme: Bei uns mittlerweile ganz entspannt
Das Tablet gehört bei langen Autofahrten inzwischen ganz selbstverständlich dazu. Wir sind beim Thema Bildschirmzeit mittlerweile deutlich entspannter als noch vor einigen Jahren. Als unsere Kinder kleiner waren, gab es das Tablet oft erst nach einer bestimmten Fahrzeit oder wir haben es als eine Art Notfallprogramm aufgehoben, wenn die Stimmung wirklich gekippt ist. Heute sehen wir das bei langen Fahrten lockerer. Wenn mehrere Stunden im Auto vor uns liegen, dürfen die Kinder auch einfach einmal einen Film oder mehrere Folgen einer Serie schauen.
Unsere Kinder nutzen dafür ihre Amazon Fire Tablets, die uns schon auf vielen Reisen begleitet haben. Vor der Abfahrt laden wir genügend Filme und Serien herunter, damit wir unterwegs keine Internetverbindung brauchen. Besonders gut funktionieren natürlich Inhalte, die die Kinder noch nicht kennen. Ein neuer Film oder eine neue Serie ist auf einer langen Etappe gleich noch einmal interessanter.
Dazu haben beide ihre eigenen Kinderkopfhörer. So kann jedes Kind etwas anderes anschauen, ohne dass das ganze Auto mithören muss – und wir Eltern können vorne trotzdem Musik hören oder uns unterhalten.
Und spätestens wenn nach mehreren Stunden wirklich die Luft draußen ist, gehört das Tablet bei uns definitiv zu den zuverlässigsten Lösungen.
Hörgeschichten: Beschäftigung für das ganze Auto
Eine Alternative zum Bildschirm sind bei uns Hörgeschichten. Wir laden sie vor der Reise über Audible herunter und spielen sie über das Audiosystem im Auto ab. Anders als bei Filmen hören dann nicht nur die Kinder mit. Eine gute Geschichte kann die ganze Familie über längere Zeit beschäftigen und ist gerade für Etappen angenehm, auf denen niemand mehr Lust auf Spiele oder Gespräche hat.
Vor einer längeren Reise lohnt es sich auch hier, die gewünschten Geschichten bereits herunterzuladen. Gerade auf Roadtrips ist schließlich nicht garantiert, dass überall eine stabile Internetverbindung vorhanden ist.
Malen, Rätseln und neue Beschäftigungshefte
Malsachen sowie Rätsel- und Beschäftigungshefte funktionieren bei unseren Kindern ebenfalls gut. Besonders praktisch finden wir Beschäftigungen, für die nicht unzählige Einzelteile benötigt werden, die anschließend irgendwo zwischen den Sitzen verschwinden.
Für längere Reisen kaufen wir gerne ein oder zwei neue Hefte, die die Kinder vorher noch nicht kennen. Diese kleinen Überraschungen müssen weder teuer noch besonders spektakulär sein. Allein der Reiz von etwas Neuem sorgt bei uns oft dafür, dass die Beschäftigung eine Zeit lang interessant bleibt.
Wir geben dabei auch nicht gleich zu Beginn der Fahrt alles aus, was wir eingepackt haben. Ein neues Rätselheft ist nach mehreren Stunden deutlich spannender, wenn nicht schon sämtliche anderen Beschäftigungen gleichzeitig auf der Rückbank liegen.
Was sich bei uns je nach Alter bewährt hat: Als unsere Kinder noch kleiner waren, waren Stickerhefte und eine Magnettafel auf langen Fahrten besonders praktisch. Mittlerweile sind Rätselhefte, wiederverwendbare Rätselkarten, die mit einem abwischbaren Stift immer wieder gelöst werden können, und magnetische Schreib- und Zeichentafeln interessanter. Solche Beschäftigungen nehmen wir auch deshalb gerne mit, weil sie wenig Platz brauchen und unkompliziert im Auto verwendet werden können.
Tiptoi-Bücher funktionieren bei uns ebenfalls gut

Eine weitere Beschäftigung, die sich bei uns für Autofahrten bewährt hat, sind Tiptoi-Bücher. Die Kinder können sich damit relativ selbstständig beschäftigen und je nach Buch Geschichten anhören, Aufgaben lösen oder verschiedene Dinge entdecken.
Gerade für Kinder, die mit Tiptoi ohnehin gerne spielen, ist das eine praktische Möglichkeit für unterwegs. Vor der Abfahrt sollte man nur daran denken, die benötigten Audiodateien auf den Stift zu laden und zu kontrollieren, ob der Akku beziehungsweise die Batterien für die Fahrt reichen.
Kleine Überraschungen für lange Etappen
Neue Beschäftigungen setzen wir gerne gezielt ein. Das kann ein neues Rätselheft, ein Buch oder eine andere Kleinigkeit sein. Wir würden daraus aber keinen riesigen Überraschungsbeutel für jede Stunde machen. Unsere Erfahrung ist eher: Ein paar ausgewählte neue Sachen reichen völlig aus. Schließlich sollen sich die Kinder zwischendurch auch selbst beschäftigen können und nicht darauf warten, wann das nächste Geschenk ausgepackt wird.
Reisetische und Schoßtische: Bei uns kein Must-have
Für lange Autofahrten gibt es jede Menge Zubehör, das auf den ersten Blick unglaublich praktisch aussieht. Nicht alles davon hat sich bei uns bewährt.
Wir hatten beispielsweise Schoßtische ausprobiert, die auf den Beinen liegen und den Kindern eine kleine Arbeitsfläche zum Malen oder Spielen bieten. Unsere Kinder fanden sie allerdings nicht besonders praktisch und haben sie entsprechend wenig genutzt.
Einen Tisch, der seitlich hinter dem Fahrersitz eingehängt werden kann, haben wir ebenfalls. Er ist durchaus praktisch, für die Kinder aber kein Must-have. Tatsächlich nutzen wir ihn teilweise eher, wenn ein Erwachsener hinten sitzt und unterwegs am Laptop arbeiten möchte.
Das ist für uns ein gutes Beispiel dafür, dass man vor einer langen Autofahrt nicht jedes vermeintlich praktische Auto-Gadget kaufen muss. Vieles hängt schlicht davon ab, womit sich die eigenen Kinder gerne beschäftigen.

Viele dieser Beschäftigungen nehmen wir übrigens nicht nur im Auto mit. In unserem Beitrag zum Langstreckenflug mit Kindern findet ihr noch weitere Ideen, mit denen sich unsere Kinder auf langen Reisen gerne beschäftigen.
Unsere liebsten Spiele für lange Autofahrten
Nicht jede Beschäftigung braucht Material. Einige unserer einfachsten Spiele funktionieren schon seit Jahren und haben einen großen Vorteil: Man kann jederzeit damit anfangen.
- Ich sehe was, was du nicht siehst: Der Klassiker funktioniert natürlich auch im Auto. Am einfachsten sind Dinge, die sich im Auto selbst befinden oder länger sichtbar bleiben.
- Kennzeichen raten: Vor allem unser Schulkind schaut auf Roadtrips gerne, aus welchen Ländern die Autos rund um uns kommen. Besonders auf längeren Fahrten durch mehrere Länder gibt es dabei immer wieder neue Kennzeichen zu entdecken.
- Wortketten bilden: Ein weiteres Spiel, das bei uns gut funktioniert, sind Wortketten. Einer beginnt beispielsweise mit „Auto“. Das nächste Wort muss dann mit dem letzten Buchstaben anfangen – in diesem Fall also mit O. Je nach Alter kann man es einfacher halten oder zusätzliche Regeln einführen, etwa nur Tiere, Lebensmittel oder Reiseziele gelten lassen.
- Wer entdeckt zuerst …? Dieses Spiel braucht ebenfalls keinerlei Vorbereitung. Einer gibt etwas vor, das draußen gesucht werden muss: Wer entdeckt zuerst einen Traktor? Einen Wohnwagen? Ein gelbes Auto? Eine Kuh? Einen Kirchturm? Gerade auf abwechslungsreichen Strecken funktioniert das erstaunlich lange und lenkt die Aufmerksamkeit gleichzeitig wieder nach draußen.
- Geschichten gemeinsam weiterspinnen: Auch eine gemeinsam erfundene Geschichte kann eine längere Etappe überbrücken. Einer beginnt mit einem Satz, danach darf jeder die Geschichte um einen weiteren Satz ergänzen. Mit Kindern entwickeln solche Geschichten ohnehin meistens eine Richtung, die kein Erwachsener vorhergesehen hätte.

Snacks für lange Autofahrten mit Kindern
Unsere Kinder können auf Autofahrten gefühlt ständig essen. Deshalb gehören ausreichend Snacks für uns mindestens genauso selbstverständlich ins Auto wie Beschäftigung und Getränke. Allerdings wählen wir im Auto teilweise andere Sachen als beispielsweise für einen Flug. Der entscheidende Unterschied: Alles, was stark bröselt, verteilt sich früher oder später im ganzen Auto.
Möglichst unkompliziert und wenig bröselnd
Bei uns funktionieren beispielsweise Obst und verschiedene Riegel gut. Generell versuchen wir Dinge einzupacken, die sich einfach portionieren und ohne großes Kleckern essen lassen. Sehr bröselige Cracker oder ähnliche Snacks nehmen wir für lange Autofahrten dagegen eher ungern mit. Natürlich bleibt ein Familienauto trotzdem kein krümelfreier Raum – wir müssen es aber auch nicht unnötig herausfordern.
Je nach Jahreszeit sollte man außerdem bedenken, was mehrere Stunden im warmen Auto problemlos übersteht. Schokolade oder sehr empfindliche Lebensmittel sind bei sommerlichen Roadtrips nicht unbedingt die praktischste Wahl.
Lieber mehrere kleine Snacks
Wir haben gerne verschiedene Kleinigkeiten dabei, statt nur eine große Jause für einen bestimmten Zeitpunkt einzuplanen. So können wir je nach Hunger etwas herausgeben und haben gleichzeitig ein bisschen Auswahl. Snacks sind bei uns allerdings kein Ersatz für eine richtige Pause. Wenn ohnehin alle Hunger haben und eine längere Etappe hinter uns liegt, suchen wir lieber einen schönen Platz zum Essen und verbinden das gleich mit Bewegung.
Getränke immer erreichbar verstauen
Ausreichend Wasser beziehungsweise Getränke haben wir während der Fahrt immer griffbereit. Das klingt banal, macht aber einen Unterschied: Niemand möchte bei jedem Durst das Gepäck aus dem Kofferraum holen. Dasselbe gilt übrigens für die wichtigsten Snacks. Was während der Fahrt gebraucht wird, kommt bei uns so ins Auto, dass ein Erwachsener möglichst unkompliziert darauf zugreifen kann.
Was bei uns bei langen Autofahrten griffbereit liegt
Bei einer langen Autofahrt macht es einen großen Unterschied, wo die Dinge verstaut sind. Wechselkleidung hilft wenig, wenn sie ganz unten in einer Tasche liegt, vor der noch das halbe Urlaubsgepäck aus dem Kofferraum geräumt werden muss. Deshalb überlegen wir vor längeren Fahrten nicht nur, was wir mitnehmen, sondern auch, was wir unterwegs tatsächlich brauchen könnten. Diese Sachen bleiben bei uns erreichbar.
Dazu gehören vor allem:
- Wasser und Snacks
- Feuchttücher und Taschentücher
- ein kleiner Müllbeutel oder Abfallsackerl
- Wechselkleidung
- Tablets und Kopfhörer
- Ladekabel bzw. Powerbank
- Rätsel-, Mal- und Beschäftigungshefte
- Tiptoi-Bücher und Tiptoi-Stift
- weitere kleine Beschäftigungen
- je nach Reise eine Decke oder ein kleines Kissen
- die wichtigsten Dinge aus der Reiseapotheke
Ordnung auf der Rückbank
In unserem VW Bus nutzen wir unter anderem Organizer an den Rückseiten der Vordersitze. Darin lassen sich kleinere Dinge verstauen, die die Kinder während der Fahrt selbst erreichen können.
Das ist für uns praktischer, als sämtliches Spielzeug lose auf die Rückbank zu legen. Trotzdem versuchen wir, die Auswahl überschaubar zu halten. Zu viele Sachen gleichzeitig führen bei uns eher dazu, dass am Ende alles herumliegt und trotzdem niemand weiß, womit er spielen möchte.

Wer genauer wissen möchte, wie wir unseren VW Bus für Reisen mit Kindern organisieren, findet dazu auch mehr in unserem Beitrag über unsere Campingausstattung für Familien im VW Bus.
Lange Autofahrt mit Kleinkind oder Schulkind: Was verändert sich?
Unsere Kinder sind heute fünf und sieben Jahre alt. Wir machen aber schon seit vielen Jahren Roadtrips mit ihnen und haben dadurch selbst erlebt, wie sehr sich lange Autofahrten mit zunehmendem Alter verändern. Deshalb würden wir Tipps für eine Autofahrt mit Kleinkind nie eins zu eins auf ein Schulkind übertragen – und umgekehrt.
Als unsere Kinder noch kleiner waren
Mit kleineren Kindern haben wir stärker auf den Tagesrhythmus geachtet und Beschäftigungen anders eingesetzt. Auch beim Tablet waren wir damals wesentlich strenger. Es gab Bildschirmzeit beispielsweise erst nach einer bestimmten Fahrzeit oder das Tablet blieb als Reserve für den Moment, in dem wirklich nichts anderes mehr funktionierte. Generell mussten wir uns stärker danach richten, wann die Kinder müde wurden, Hunger hatten oder Bewegung brauchten. Eine Fahrt ließ sich dadurch weniger danach planen, wie viele Kilometer wir Erwachsenen gerne noch schaffen wollten.
Gerade bei einer langen Autofahrt mit Kleinkind würden wir deshalb nicht versuchen, möglichst viele Stunden am Stück durchzuziehen. Viel hilfreicher ist es unserer Erfahrung nach, genügend Zeit einzuplanen und flexibel darauf reagieren zu können, wie es dem Kind gerade geht.
Bei Babys gelten zusätzlich andere Anforderungen als bei unseren heute fünf- und siebenjährigen Kindern. Deshalb würden wir hier bewusst keine pauschalen Angaben dazu machen, wie lange ein Baby im Kindersitz beziehungsweise in der Babyschale sitzen sollte. Bei sehr kleinen Kindern sollte man sich an die aktuellen fachlichen Empfehlungen halten und die Fahrt entsprechend planen.
Mit fünf und sieben Jahren sind längere Etappen einfacher
Mittlerweile funktionieren bei uns auch längere Fahrabschnitte ziemlich unkompliziert. Zwei bis drei Stunden am Stück sind meistens kein Problem, und die Kinder können sich wesentlich länger selbst beschäftigen als noch vor einigen Jahren. Auch die Auswahl an Beschäftigungen ist größer geworden. Rätselhefte, Tiptoi, Wortspiele, Kennzeichenraten, Hörgeschichten oder ein Film funktionieren jetzt über längere Zeit.
Gleichzeitig sind wir Eltern in manchen Dingen entspannter geworden. Das beste Beispiel ist wahrscheinlich das Tablet: Was früher eher die letzte Reserve war, darf heute auf einer langen Autofahrt ganz selbstverständlich zum Einsatz kommen. Das bedeutet nicht, dass unsere heutige Lösung automatisch für jede Familie mit fünf- oder siebenjährigen Kindern funktioniert. Es zeigt vielmehr, warum wir bei Tipps für lange Autofahrten mit Kindern wenig von starren Regeln halten. Kinder verändern sich – und damit darf sich auch die Art verändern, wie man solche Fahrten plant.

Streit, Langeweile und „Wann sind wir endlich da?“
Selbst mit guter Planung, ausreichend Snacks und einer Tasche voller Beschäftigung gibt es irgendwann den Moment, an dem niemand mehr Lust aufs Autofahren hat. Das gehört für uns dazu.
Wenn die Stimmung auf der Rückbank kippt, versuchen wir zuerst herauszufinden, was gerade eigentlich das Problem ist. Manchmal ist es tatsächlich Langeweile. Oft steckt aber etwas ganz anderes dahinter: Hunger, Durst, Müdigkeit, eine notwendige Toilettenpause oder schlicht das Bedürfnis, sich nach mehreren Stunden endlich zu bewegen.
Nicht sofort die nächste Beschäftigung auspacken
Wir versuchen deshalb nicht automatisch, bei jedem „Mir ist langweilig“ sofort das nächste Spiel oder Rätselheft hervorzuholen. Manchmal reicht es, gemeinsam ein Spiel zu beginnen, eine Hörgeschichte einzuschalten oder etwas zu essen. Manchmal setzt sich auch ein Erwachsener eine Zeit lang nach hinten zu den Kindern. Allein dieser Platzwechsel bringt bei uns gelegentlich schon etwas Abwechslung in eine lange Fahrt. Und manchmal hilft einfach nichts davon.
Wenn gar nichts mehr geht: Tablet oder Pause
Unsere beiden zuverlässigsten Lösungen sind dann ziemlich unspektakulär: Tablet oder stehen bleiben.
Wenn die Kinder nach einer langen Etappe einfach genug vom Autofahren haben, bringt es wenig, mit aller Kraft noch eine weitere Stunde herauszuholen. Wenn es die Strecke zulässt, machen wir lieber eine Pause. Idealerweise ist das dann nicht nur ein kurzer Stopp an der Tankstelle. Ein Spielplatz, ein Spaziergang oder irgendeine Möglichkeit zum Herumlaufen kann die Stimmung für die nächste Etappe komplett verändern.
Und wenn eine Pause gerade nicht möglich oder sinnvoll ist, darf bei uns eben auch einmal das Tablet übernehmen. Eine lange Autofahrt muss für uns kein pädagogisches Beschäftigungsprojekt sein.
Die Anreise ist für uns schon ein Teil der Reise

Gerade bei Roadtrips versuchen wir inzwischen, nicht nur möglichst schnell von zu Hause zum eigentlichen Urlaubsziel zu kommen. Wenn wir schon mehrere hundert Kilometer durch unterschiedliche Regionen oder Länder fahren, finden wir es schade, überall nur auf der Autobahn vorbeizufahren. Deshalb suchen wir uns für längere Pausen gerne Orte, die wir ohnehin interessant finden.
Das kann ein See sein, an dem wir eine Runde spazieren. Ein Spielplatz, auf dem sich die Kinder austoben. Ein Restaurant mit Platz zum Spielen. Oder auch eine Sehenswürdigkeit, für die wir bewusst mehrere Stunden einplanen.
Zwischenstopps passend zur Route auswählen
Welche Art von Zwischenstopp sinnvoll ist, hängt natürlich von der Strecke ab. Manchmal reicht uns eine Stunde Bewegung an einem schönen Ort. Auf anderen Reisen machen wir aus dem Stopp einen halben Urlaubstag. Und wenn die Strecke sehr lang ist, suchen wir einen Campingplatz oder eine Unterkunft und fahren erst am nächsten Tag weiter.
Für uns hat diese Art des Reisens zwei Vorteile: Die Kinder müssen nicht einen extrem langen Tag im Auto verbringen – und wir entdecken Orte, die wir sonst vermutlich nie besucht hätten.
Auf unseren bisherigen Fahrten haben sich dafür ganz unterschiedliche Stopps angeboten. Der Motorikpark Gamlitz in der Südsteiermark ist beispielsweise eine Möglichkeit, eine längere Pause mit richtig viel Bewegung zu verbinden. Richtung Kroatien kann ein größerer Stopp rund um Zagreb interessant sein, wenn man ohnehin mehr Zeit einplanen möchte.
Auch auf Fahrten Richtung Italien oder ins Soča-Tal lassen sich Naturstopps gut integrieren. Die Laghi di Fusine oder der Lago del Predil sind Beispiele für Orte, bei denen aus einer notwendigen Fahrpause schnell ein schöner Teil des Reisetages werden kann.
Für eine Zwischenübernachtung auf dem Weg Richtung Kroatien haben wir außerdem gute Erfahrungen mit Camp Slapić bei Karlovac gemacht. Statt möglichst spät noch weitere Kilometer zu sammeln, kann man dort die Etappe beenden und am nächsten Morgen weiterfahren. Auf einer Route weiter Richtung Süden kann wiederum ein landschaftlicher Stopp bei den Slapovi Zrmanje interessant sein.

Wichtig ist uns dabei weniger, möglichst viele Sehenswürdigkeiten in die Anreise zu packen. Eine Fahrpause soll nicht zum nächsten Pflichtprogrammpunkt werden. Wir suchen vielmehr Orte, die ungefähr auf unserer Strecke liegen und bei denen die Kinder aus dem Auto kommen, sich bewegen und wir alle etwas von der Pause haben.
Mehrere Optionen speichern statt einen fixen Plan verfolgen
Vor einer längeren Fahrt speichere ich deshalb gerne mehrere mögliche Stopps entlang der Strecke. Das gibt uns unterwegs Freiheit. Wenn die Kinder schlafen, fahren wir vielleicht am ersten geplanten Ort vorbei. Wenn schon früher die Stimmung kippt, nehmen wir eine andere Option. Und wenn es allen gut geht, darf aus einem geplanten kurzen Stopp auch einmal ein längerer Ausflug werden. Diese Flexibilität funktioniert für uns wesentlich besser als ein minutiöser Zeitplan.
Was wir aus langen Autofahrten mit Kindern gelernt haben
Nach vielen Roadtrips wissen wir mittlerweile ziemlich gut, was für unsere Familie funktioniert – auch wenn natürlich nicht jede Fahrt völlig entspannt abläuft.
Genügend Zeit einplanen:
Wir versuchen nicht, möglichst viele Kilometer am Stück zu schaffen.
Pausen für Bewegung nutzen:
Ein Spielplatz, See oder kurzer Spaziergang bringt uns meist mehr als eine schnelle Tankstellenpause.
Mehrere Stopps vorbereiten:
So können wir spontan entscheiden, wann und wo eine Pause gerade gut passt.
Bei der Beschäftigung entspannt bleiben:
Mal funktioniert ein Wortspiel, mal eine Hörgeschichte – und manchmal ist das Tablet die beste Lösung.
Die Anreise als Teil der Reise sehen:
Schöne Zwischenstopps oder eine zusätzliche Übernachtung gehören für uns zum Roadtrip dazu.
Flexibel bleiben:
Wenn trotz aller Planung die Stimmung kippt, ist es manchmal einfach Zeit für die nächste Pause.
Häufige Fragen zu langen Autofahrten mit Kindern
Wie oft sollte man bei einer langen Autofahrt mit Kindern Pause machen?
Eine fixe Regel funktioniert unserer Erfahrung nach nicht für jede Familie. Bei unseren mittlerweile fünf- und siebenjährigen Kindern haben sich Pausen nach ungefähr zwei bis drei Stunden bewährt. Wir achten aber auch darauf, wie die Stimmung gerade ist. Wenn die Kinder schlafen oder zufrieden beschäftigt sind, halten wir nicht nur wegen einer bestimmten Uhrzeit an. Umgekehrt machen wir lieber früher Pause, wenn wir merken, dass alle dringend Bewegung brauchen.
Wie beschäftigt man Kinder mehrere Stunden im Auto?
Bei uns funktioniert eine Mischung aus verschiedenen Beschäftigungen am besten. Dazu gehören Filme und Serien auf dem Tablet, gemeinsame Hörgeschichten, Tiptoi-Bücher, Rätsel- und Malhefte sowie einfache Spiele ohne Material. Wir packen außerdem gerne ein paar neue Beschäftigungen ein, geben aber nicht alles gleich zu Beginn der Fahrt heraus.
Welche Spiele eignen sich für lange Autofahrten mit Kindern?
Unsere liebsten Autospiele brauchen überhaupt kein Material. Wir spielen „Ich sehe was, was du nicht siehst“, raten Autokennzeichen, bilden Wortketten oder suchen Dinge entlang der Strecke. Solche Spiele lassen sich spontan beginnen und an das Alter der Kinder anpassen.
Was braucht man für eine lange Autofahrt mit Kindern?
Neben ausreichend Wasser und Snacks haben wir vor allem Beschäftigung, Feuchttücher, Taschentücher, Müllbeutel und Wechselkleidung griffbereit. Bei uns kommen außerdem Tablets, Kinderkopfhörer, Ladekabel, Tiptoi und Beschäftigungshefte mit. Entscheidend ist nicht nur, was man einpackt, sondern dass wichtige Dinge während der Fahrt erreichbar bleiben.
Ist es besser, mit Kindern nachts oder tagsüber zu fahren?
Das hängt stark von den Kindern und auch von den Erwachsenen ab. Wir fahren bei längeren Strecken gerne am Abend ein erstes Stück, weil unsere Kinder später im Auto einschlafen. Eine komplette Nacht durchzufahren hat sich bei uns dagegen nicht bewährt: Die Kinder haben im Auto nicht ausreichend gut geschlafen und waren am nächsten Tag müde. Andere Familien machen mit Nachtfahrten wiederum sehr gute Erfahrungen.
Welche Snacks eignen sich für lange Autofahrten mit Kindern?
Wir bevorzugen Snacks, die sich gut portionieren lassen und möglichst wenig kleckern oder bröseln. Aufgeschnittenes Obst und Gemüse sowie Riegel funktionieren bei uns beispielsweise gut. Stark bröselnde Snacks nehmen wir im Auto eher selten mit. Zusätzlich haben wir immer ausreichend Getränke griffbereit.
Was hilft gegen Langeweile bei langen Autofahrten?
Nicht jedes „Mir ist langweilig“ braucht sofort eine neue Beschäftigung. Wir wechseln zwischen Gesprächen, Spielen, Hörgeschichten, Rätselheften und Tablet. Manchmal setzt sich auch ein Erwachsener eine Zeit lang nach hinten und ein Kind nach vorne. Wenn nach mehreren Stunden wirklich nichts mehr hilft, ist bei uns meistens entweder das Tablet an der Reihe – oder es ist schlicht Zeit für eine Pause.
Wie plant man einen Roadtrip mit Kindern?
Wir planen längere Tagesetappen mit ausreichend Zeitreserve und suchen schon vor der Reise mehrere mögliche Pausenorte entlang der Strecke. Besonders gerne wählen wir Spielplätze, Seen, Flüsse oder andere Orte, an denen sich die Kinder bewegen können. Sehr lange Anreisen teilen wir auch auf zwei oder mehr Tage auf. So muss nicht jeder Kilometer möglichst schnell geschafft werden und die Anreise wird bereits Teil des Roadtrips.
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