Unser VW T6.1 Multivan hat sich über mehrere Jahre Schritt für Schritt zu unserem persönlichen Familiencamper entwickelt. Hier zeigen wir euch unseren kompletten Ausbau – vom Dachzelt über das Aufstelldach bis hin zu einer durchdachten Kofferraum- und Stauraumlösung.
Das erwartet euch in diesem Beitrag:
- VW Multivan mit Dachzelt
- Unser erstes Bettsystem
- Kofferraumauszug & mehr Ordnung
- Umbau auf das Aufstelldach
- Neues Innenraum- & Stauraumkonzept
- Neues Außen-Stauraumkonzept mit Boxen
- Praktische Camper-Upgrades
- Würden wir den Ausbau wieder machen?
- Unsere wichtigsten Erkenntnisse
- Unser Fazit
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Unser VW T6.1 Multivan hat sich über mehrere Jahre Schritt für Schritt verändert. Nicht mit einem fertigen Ausbau auf einmal, sondern mit jeder Reise, jeder neuen Idee und jeder Erfahrung, die wir unterwegs gesammelt haben.
Heute reisen wir unter anderem mit einem SCA 290 Aufstelldach, einer durchdachten Stauraumlösung mit Kofferraumauszügen, einem Fred Schlafsystem, einer Layzee Kitchenbox, einer Fiamma F43 Markise und vielen weiteren praktischen Details, die unseren Campingalltag als Familie deutlich einfacher machen.
In diesem Beitrag nehmen wir euch mit auf unseren gesamten Ausbau – von den ersten Campingurlauben mit Dachzelt über die größten Umbauten bis hin zu den vielen kleinen Optimierungen, die unseren VW Multivan nach und nach zu unserem ganz persönlichen Familiencamper gemacht haben.
Der Ausbau ist natürlich nur ein Teil unseres Familiencampers. Welche Campingausstattung wir auf unseren Reisen dabeihaben und welche Produkte sich für uns wirklich bewährt haben, zeigen wir euch in unserem ausführlichen Beitrag zur Campingausstattung für Familien im VW Bus.
Unser VW Multivan-Ausbau auf einen Blick
Vom Familienauto zum Familiencamper – so hat sich unser VW T6.1 Multivan seit 2022 Schritt für Schritt weiterentwickelt. Jeder Umbau entstand aus unseren eigenen Erfahrungen auf Reisen und machte unseren Camper ein Stück alltagstauglicher.
Der Anfang: Unser VW Multivan mit Dachzelt
Als wir uns 2022 unseren VW T6.1 Multivan kauften, hatten wir noch keinen fertigen Plan für einen Camper-Ausbau. Wir wussten nur, dass wir als Familie möglichst viel Zeit draußen verbringen und gemeinsam neue Orte entdecken wollten. Die Freiheit, spontan loszufahren und dort zu übernachten, wo es uns am besten gefällt, hatte uns schon lange fasziniert.
Vor allem Matthias liebte das Campen schon seit seiner Jugend. Kurz nachdem er seinen Führerschein gemacht hatte, baute er mit Freunden seinen ersten VW-Bus zum Camper um. Für ihn war deshalb schnell klar, dass unser Multivan früher oder später ebenfalls zum Familiencamper werden sollte. Sandra war anfangs deutlich skeptischer. Camping bedeutete für sie zunächst wenig Komfort und viele Kompromisse. Nach den ersten gemeinsamen Reisen änderte sich diese Sichtweise jedoch schnell – heute möchten wir diese Art zu reisen nicht mehr missen.
Für unseren Einstieg entschieden wir uns zunächst für ein Dachzelt der Marke BrothersCamp. Unsere Kinder waren damals erst 1 und 3 Jahre alt und fanden es vom ersten Moment an spannend, mitten in der Natur aufzuwachen. Das Schlafen über dem Fahrzeug wurde für sie schnell zu einem kleinen Abenteuer und machte jede Reise zu etwas Besonderem. Auch für uns hatte das Dachzelt viele Vorteile: Es ließ sich vergleichsweise unkompliziert auf- und abbauen und war eine ideale Möglichkeit, erste Erfahrungen mit dem Camping im VW Multivan zu sammeln, ohne das Fahrzeug sofort umfangreich umzubauen.


Rückblickend war diese Entscheidung genau richtig. Das Dachzelt war der Beginn einer Entwicklung, die unseren VW Multivan Schritt für Schritt zu dem Camper gemacht hat, mit dem wir heute auf Roadtrips und Campingreisen durch Europa unterwegs sind.
Mehr Schlafplatz im VW Multivan – unser erstes Bettsystem
Nach den ersten Campingurlauben wurde schnell klar, dass das Dachzelt für vier Personen auf Dauer nicht die ideale Lösung sein würde. Solange die Kinder noch klein waren, funktionierte es zwar überraschend gut. Mit jedem Zentimeter, den sie größer wurden, wurde der Platz jedoch knapper.
Deshalb machten wir uns auf die Suche nach einer Lösung, mit der wir den vorhandenen Platz im VW T6.1 Multivan besser nutzen konnten. Fündig wurden wir bei Campergang, wo wir ein klappbares Multiflexboard inklusive passender Klappmatratze kauften. Für den Aufbau wurde die Dreiersitzbank im Heck einfach umgeklappt. Anschließend ließen sich das Multiflexboard und die Matratze in wenigen Minuten aufbauen und verwandelten den Innenraum unseres Multivans in eine gemütliche zweite Schlafebene. So konnte jeweils ein Erwachsener mit einem Kind im Dachzelt und der andere Erwachsene mit dem zweiten Kind im Fahrzeug schlafen.

Diese Lösung war für uns ein echter Wendepunkt. Zum ersten Mal hatten wir ausreichend Platz für die ganze Familie und konnten deutlich entspannter schlafen. Gleichzeitig blieb der Umbau unkompliziert und schnell erledigt – ein großer Vorteil, wenn man unterwegs häufig den Campingplatz wechselt.
Rückblickend war dieses erste Bettsystem eine der sinnvollsten Investitionen in unseren Camper-Ausbau. Es zeigte uns, dass sich bereits mit wenigen, gut durchdachten Änderungen der Komfort auf Reisen deutlich verbessern lässt und legte den Grundstein für viele weitere Umbauten, die in den folgenden Jahren noch dazukamen.
Mehr Ordnung im Camper – unser erster Heckauszug
Mit dem Bettsystem war zwar das Schlafproblem gelöst, dafür tauchte schnell die nächste Herausforderung auf: der Kofferraum. Je länger wir unterwegs waren, desto deutlicher wurde, dass wir zwar viel Stauraum hatten, dieser aber alles andere als praktisch genutzt war. Campingstühle, Tisch, Kochutensilien, Kleidung oder Spielsachen – alles war irgendwo verstaut. Mussten wir an eine Kiste ganz hinten, bedeutete das meistens, zuerst die Hälfte des Kofferraums auszuräumen.
Also machten wir uns erneut auf die Suche nach einer praktischen Lösung. Dieses Mal entschieden wir uns für einen Heckauszug von Campergang, der speziell für den VW T5/T6/T6.1 Multivan entwickelt wurde. Der Auszug ließ sich praktisch herausziehen und machte den Kofferraum deutlich besser zugänglich. Zum ersten Mal mussten wir nicht mehr alles ausräumen, nur um an einen einzelnen Gegenstand zu gelangen. Stattdessen hatten wir unsere Campingausrüstung auf einen Blick vor uns. Gerade auf Roadtrips mit häufigen Standortwechseln war das eine enorme Erleichterung und brachte endlich Struktur in unser bisheriges Kofferraum-Chaos.

Natürlich blieb auch dieser Ausbau nicht unsere endgültige Lösung. Mit jeder Reise entstanden neue Ideen, wie wir den vorhandenen Platz noch besser nutzen könnten. Deshalb haben wir unseren Kofferraumauszug später noch einmal komplett überarbeitet und durch zwei separate Auszüge ersetzt. Dadurch können wir heute jede Seite unabhängig voneinander herausziehen und gelangen noch schneller an unsere Ausrüstung – aber dazu später mehr.
Auf unserem Kofferraumauszug fand auch unsere erste Campingküche ihren Platz. Bevor wir später in eine fertige Campingküche investierten, kochten wir viele Jahre mit einer ganz besonderen Eigenbau-Lösung: Matthias baute kurzerhand die ausgediente Puppenküche unserer Kinder zur Campingküche um. So einfach die Idee auch war – sie funktionierte erstaunlich gut und begleitete uns auf zahlreichen Campingurlauben und Roadtrips. Rückblickend zeigt sie perfekt, dass es beim Campen nicht immer auf die teuerste Ausstattung ankommt, sondern auf clevere Lösungen, die zum eigenen Reisealltag passen.

Mit dem späteren Umbau unseres Multivans und dem neuen Kofferraumkonzept durfte schließlich auch eine neue Campingküche einziehen – dazu später mehr.
Der größte Umbau: Vom Dachzelt zum integrierten Aufstelldach
Nach einigen Jahren und vielen gemeinsamen Campingreisen war unser VW Multivan bereits kaum wiederzuerkennen. Bettsystem, Kofferraumauszug, Markise und viele kleine Verbesserungen machten das Reisen als Familie immer komfortabler. Eigentlich waren wir mit unserem Ausbau sehr zufrieden – bis ein unerwartetes Ereignis alles veränderte.
Rückblickend war genau dieser Moment der Auslöser für den größten Umbau unseres Campers und gleichzeitig die beste Entscheidung, die wir für unsere zukünftigen Reisen treffen konnten.
Warum wir unser Dachzelt ersetzt haben
Eigentlich hatten wir nicht geplant, unser Dachzelt auszutauschen. Es hatte uns auf vielen Campingurlauben begleitet und unsere Kinder liebten es, morgens mitten in der Natur aufzuwachen. Doch manchmal kommt es anders als gedacht.
Beim Einparken unter einem Carport unterschätzte Sandra die zusätzliche Höhe unseres VW Multivans mit montiertem Dachzelt. Auf den ersten Blick sah der Schaden zum Glück nicht allzu schlimm aus. Es stellte sich dann jedoch schnell heraus, dass neben dem Dachzelt auch unser Autodach beschädigt war und getauscht gehörte. Damit war für uns klar, dass wir eine neue Lösung brauchten.
Natürlich waren wir im ersten Moment enttäuscht. Gleichzeitig bot sich dadurch aber auch die Gelegenheit, einen Wunsch zu verwirklichen, den Matthias schon lange hatte: ein integriertes Aufstelldach. Rückblickend war genau dieses Missgeschick der Auslöser für den größten und wahrscheinlich besten Umbau unseres VW Multivans.
Warum wir uns für ein integriertes Aufstelldach entschieden haben
Im Vergleich zu einem Dachzelt bietet ein Aufstelldach für uns als Familie viele Vorteile. Der größte Unterschied ist, dass man den Schlafbereich direkt vom Fahrzeuginneren aus erreicht. Gerade mit kleinen Kindern empfanden wir das als enorme Erleichterung. Niemand muss nachts mehr draußen über eine Leiter klettern, wenn beispielsweise jemand auf die Toilette muss oder die Kinder uns brauchen. Auch bei Regen oder kühlen Temperaturen bleibt alles trocken und deutlich komfortabler.
Ein weiterer Punkt, den wir nicht mehr missen möchten, ist das gemeinsame Familiengefühl. Obwohl sich die Schlafplätze auf zwei Ebenen befinden, bleibt man miteinander verbunden. Wir können uns vor dem Einschlafen noch unterhalten, den Kindern eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen oder morgens gemeinsam in den Tag starten, ohne dass jemand zuerst nach draußen muss.
Bei der Wahl des passenden Aufstelldachs informierten wir uns ausführlich über die verschiedenen Möglichkeiten. Besonders das Reimo-Aufstelldach und das SCA-Aufstelldach kamen für uns in die engere Auswahl. Nach vielen Recherchen, Gesprächen mit anderen Campern und den positiven Erfahrungen einiger Bekannter fiel unsere Entscheidung schließlich auf das SCA 290 Aufstelldach.
Für den Einbau entschieden wir uns für Buchegger Fahrzeugausbau, einen auf Camper-Umbauten spezialisierten Betrieb. Schon beim ersten Beratungsgespräch hatten wir das Gefühl, dort in den richtigen Händen zu sein. Die langjährige Erfahrung des Teams und die professionelle Beratung gaben uns das Vertrauen, diesen großen Schritt zu wagen.
Der Einbau des SCA 290 Aufstelldaches in unseren Multivan
Als wir unseren VW T6.1 Multivan zu Buchegger Fahrzeugausbau brachten, wurde uns erst richtig bewusst, wie umfangreich dieser Umbau eigentlich ist. Für den Einbau des SCA 290 Aufstelldachs musste das komplette Fahrzeugdach ausgeschnitten und durch das neue Aufstelldach ersetzt werden. Da unser Multivan mit einem Klimahimmel ausgestattet war, war der Umbau noch aufwendiger: Die komplette Elektrik musste angepasst und die Luftdüsen des Klimahimmels an neue Positionen versetzt werden.
Es war schon ein besonderes Gefühl, den eigenen Multivan dort stehen zu lassen – schließlich wird nicht jeden Tag das Dach eines Autos komplett ausgeschnitten. Gleichzeitig wussten wir aber, dass wir unser Fahrzeug in erfahrene Hände geben und freuten uns schon auf das Ergebnis.
Da ein solcher Umbau nicht alltäglich ist, nutzten wir die Gelegenheit, gleich mehrere weitere Verbesserungen umzusetzen. So mussten wir den Camper später nicht noch einmal in die Werkstatt bringen und konnten alles in einem Schritt erledigen.
Zusätzlich wurden folgende Umbauten durchgeführt:
- Versetzen der Luftdüsen des Klimahimmels, damit die Klimaanlage auch nach dem Umbau uneingeschränkt genutzt werden kann.
- Drehkonsolen für Fahrer- und Beifahrersitz, damit sich beide Sitze zum Wohnraum drehen lassen.
- Einbau der niedrigen Aguti-Sitzkästen, damit trotz Drehkonsolen die ursprüngliche Sitzhöhe erhalten bleibt.
- Landstromanschluss inklusive zwei 230-Volt-Steckdosen im Sitzkasten – ideal für Campingplätze mit Stromanschluss.
- Anpassung der Fahrzeugelektrik im Zuge des Aufstelldach-Einbaus.


Obwohl der Umbau alles andere als günstig war, würden wir uns jederzeit wieder dafür entscheiden. Schon auf den ersten Campingreisen merkten wir, wie viel Komfort wir dadurch gewonnen hatten. Das Ein- und Aussteigen über die Leiter gehörte der Vergangenheit an und die Kinder konnten problemlos zwischen den beiden Schlafebenen wechseln.
Rückblickend war das integrierte Aufstelldach für uns weit mehr als nur eine neue Schlafmöglichkeit. Es hat unseren VW Multivan zu einem echten Familiencamper gemacht und unsere Art zu reisen nachhaltig verändert. Heute können wir uns kaum noch vorstellen, ohne Aufstelldach unterwegs zu sein.


Unser Aufstelldach auf einen Blick
Modell: SCA 290
Fahrzeug: VW T6.1 Multivan
Einbau: Buchegger Fahrzeugausbau
Einbaujahr: 2024
Umbaukosten: ca. EUR 13.000
(inkl. Drehkonsolen, LED-Beleuchtung und Landstromversorgung)
Einbaudauer: 4 Tage
Der nächste Ausbauschritt: Neues Bettsystem und mehr Stauraum in unserem VW Multivan
Nach dem Einbau des SCA 290 Aufstelldachs war unser VW Multivan zwar deutlich komfortabler geworden, trotzdem merkten wir auf den nächsten Reisen schnell, dass noch Potenzial im Innenraum steckte. Vor allem beim täglichen Auf- und Abbau sowie beim Verstauen unserer Campingausrüstung wünschten wir uns noch einfachere und durchdachtere Lösungen.
Zwei Einzelsitze statt Dreiersitzbank – mehr Platz im VW Multivan
Mit unserem bisherigen Bettsystem auf Basis der umgeklappten Dreiersitzbank waren wir grundsätzlich zufrieden. Dennoch wollten wir den Innenraum noch effizienter nutzen. Deshalb entschieden wir uns, die Dreiersitzbank gegen zwei Einzelsitze auszutauschen. Das brachte gleich mehrere Vorteile: Zum einen entstand zwischen den Sitzen zusätzlicher Platz, wodurch der Innenraum deutlich offener wirkte. Zum anderen gewannen wir wertvollen Stauraum im Heck, da die beiden Einzelsitze deutlich weniger Platz einnehmen als die große Sitzbank.
Für das neue Bett ließen wir beim Tischler zwei passgenaue Platten anfertigen, die sich am ursprünglichen Multiflexboard orientierten. Beide Platten wurden über Scharniere miteinander verbunden und lassen sich zum Schlafen einfach auseinanderklappen. Zusammen mit unserer bisherigen Klappmatratze entstand so erneut eine nahezu ebene Liegefläche – allerdings mit deutlich mehr Stauraum darunter.



Im Alltag zeigte sich jedoch schnell ein weiterer Nachteil: Wollten wir während der Fahrt oder unterwegs an den Kofferraum gelangen, mussten wir das komplette Bett anheben. Genau dieses Detail ließ Matthias keine Ruhe und führte schließlich zur nächsten großen Verbesserung.
Unser aktuelles Bettsystem für den VW Multivan
Wie so oft begann Matthias wieder zu recherchieren. Nach vielen Stunden des Vergleichens fiel die Entscheidung schließlich auf das FRED Bettsystem. Besonders überzeugt hat uns die Konstruktion: Im Gegensatz zum klassischen Multiflexboard werden die Standfüße nicht im Schienensystem befestigt, sondern seitlich daneben. Dadurch bleibt unter dem Bett deutlich mehr nutzbarer Stauraum erhalten.
Ganz übernommen haben wir das System allerdings nicht. Wie bei vielen unserer Umbauten passten wir es an unsere eigenen Bedürfnisse an. Das Bettsystem wurde etwas höher gebaut, sodass wir darunter knapp 50 Zentimeter Stauraum gewinnen konnten. Dadurch lassen sich unsere Euroboxen optimal stapeln und der vorhandene Platz im Kofferraum wird nahezu vollständig genutzt.
Ein weiterer Vorteil ist der deutlich schnellere Auf- und Abbau. Gerade auf Roadtrips mit häufig wechselnden Campingplätzen spart uns das jeden Tag Zeit. Heute gehört dieses Bettsystem zu den Umbauten, die wir nicht mehr missen möchten. Es verbindet hohen Schlafkomfort mit einer deutlich besseren Raumausnutzung und macht unseren VW Multivan im Campingalltag noch praktischer.
Unser neues Kofferraumkonzept mit Euroboxen, Kühlschrank und Campingküche
Mit dem neuen Bettsystem war auch der richtige Zeitpunkt gekommen, unseren Kofferraum noch einmal komplett neu zu organisieren. Unser erster Heckauszug hatte sich zwar bestens bewährt, trotzdem blieb ein Teil des Stauraums nur schwer erreichbar.
Deshalb entschied sich Matthias, ein für uns komplett neues Kofferraumkonzept zu entwickeln. Nach vielen Recherchen entstand ein zweiteiliger Heckauszug, den er größtenteils selbst baute. Als Basis dient der Grundträger von easygoinc. Darauf montierte er bewusst robuste Schwerlastschienen, die wir selbst ausgewählt haben. Im Vergleich zu den Auszugsschienen von easygoinc waren diese deutlich günstiger, bieten mit einer Traglast von rund 100 kg pro Seite aber dennoch mehr als ausreichend Reserven für unsere Anforderungen. Den eigentlichen Auszugsrahmen von easygoinc konnten wir gebraucht über Willhaben erwerben – ein echter Glücksgriff. Anschließend passte Matthias den Rahmen exakt an die benötigte Breite unseres VW Multivans an und montierte ihn auf den Schwerlastschienen. So entstand ein stabiler, leichtgängiger Heckauszug, der perfekt auf unsere Bedürfnisse als Familie abgestimmt ist und gleichzeitig deutlich günstiger war als ein kompletter Fertigausbau.
Der größte Unterschied zum bisherigen System: Statt eines einzelnen Auszugs verfügt unser VW Multivan heute über zwei unabhängig voneinander ausziehbare Heckauszüge. Dadurch müssen wir nicht mehr den gesamten Kofferraum herausziehen, sondern gelangen genau an die Ausrüstung, die wir gerade benötigen.
Das neue Stauraumkonzept basiert vollständig auf dem Euroboxen-System. Jede Box hat ihren festen Platz und enthält eine bestimmte Kategorie unserer Campingausrüstung. Ergänzt wird das Ganze durch unseren Kühlschrank und die Layzee Kitchenbox, die exakt auf das System abgestimmt sind. So ist beim Kochen, Packen oder bei kurzen Pausen unterwegs alles sofort griffbereit.



Besonders auf längeren Roadtrips hat sich dieses Konzept bewährt. Statt jedes Mal Kisten umzuräumen oder lange nach einzelnen Dingen zu suchen, reicht heute meist ein Handgriff.
Mehr Stauraum durch unsere selbst gebaute Außenbox-Lösung
Mit jeder Reise wurde unser VW Multivan ein Stück besser organisiert. Trotzdem blieb ein Problem bestehen: Trotz des optimierten Kofferraums wurde der Platz für längere Campingreisen mit vier Personen langsam knapp. Kleidung, Lebensmittel, Spielzeug und Campingausrüstung fanden zwar ihren Platz im Fahrzeug, für sperrige oder schmutzige Gegenstände wie Auffahrkeile, Stromkabel oder nasse Campingausrüstung wünschten wir uns jedoch eine zusätzliche Stauraumlösung außerhalb des Campers.
Wie so oft begann Matthias zu tüfteln. Anstatt ein fertiges Heckträgersystem zu kaufen, entwickelte er eine eigene Konstruktion, die perfekt zu unseren Anforderungen passt. Als Basis diente der Original VW-Heckträger mit VW-Logo. Da wir unsere Fahrräder – wenn wir sie auf Reisen mitnehmen – ohnehin immer auf unserem Fahrradträger für die Anhängerkupplung transportieren, wurde der originale Heckträger nicht mehr für Fahrräder benötigt und bot die ideale Grundlage für eine individuelle Stauraumlösung.
Zunächst zerlegte Matthias den Heckträger vollständig in seine Einzelteile. Die Kunststoffelemente wurden sorgfältig aufbereitet, beschichtet und neu lackiert, während der Metallrahmen von einem Fachbetrieb in schwarz matt pulverbeschichtet wurde. Anschließend setzte er den Heckträger wieder zusammen. Die ursprünglichen Fahrradhalter wurden dabei bewusst weggelassen, da sie für unseren Einsatzzweck nicht mehr benötigt wurden.
Für die weitere Konstruktion und Befestigung der Außenboxen ließ sich Matthias unter anderem von einer DIY-Anleitung von Roadbus.de inspirieren. Viele Ideen und Lösungsansätze übernahm er als Grundlage, passte die Konstruktion jedoch an unsere eigenen Anforderungen an und entwickelte sie an mehreren Stellen weiter. So entstand eine individuelle Lösung, die optimal zu unserem VW Multivan und unserer Campingausrüstung passt.
Als Stauraumlösung entschied er sich für robuste Schutzkoffer von AUER Packaging, die sich durch ihre hohe Stabilität, Wetterbeständigkeit und den zuverlässigen Schutz des Inhalts auszeichnen. Die Koffer wurden anschließend sicher auf dem umgebauten Heckträger montiert und bieten nun zusätzlichen Stauraum für Gegenstände, die wir unterwegs häufig benötigen oder bewusst außerhalb des Fahrzeugs transportieren möchten.
Heute finden dort beispielsweise Stromkabel, Werkzeug, Campingzubehör oder schmutzige beziehungsweise nasse Ausrüstung sowie in einer Box unsere Decken und Polster ihren Platz. Dadurch bleibt der Innenraum unseres VW Multivans deutlich aufgeräumter und wir müssen nach dem Campingplatzaufbau nicht jedes Mal das gesamte Fahrzeug ausräumen, um an einzelne Gegenstände zu gelangen. Gerade auf längeren Reisen mit vier Personen hat sich diese zusätzliche Stauraumlösung für uns als echter Gewinn erwiesen.
Praktischer Wasserkanister und Campingzubehör immer griffbereit
Neben den Außenboxen fand auf der Konstruktion auch ein 10-Liter-Wasserkanister mit Schlauch seinen Platz. Gerade unterwegs hat sich diese einfache Lösung als überraschend praktisch erwiesen. Ob nach einer Wanderung kurz die Hände waschen, Geschirr abspülen oder sich an heißen Sommertagen schnell abduschen – frisches Wasser ist jederzeit griffbereit, ohne dass wir den gesamten Camper umbauen oder den Campingplatz aufsuchen müssen.
Auch unsere Auffahrkeile transportieren wir außen am Fahrzeug. Dadurch sind sie jederzeit schnell erreichbar und müssen nicht erst zwischen Kisten oder Campingmöbeln gesucht werden. Besonders wenn wir spät am Abend einen Stellplatz erreichen, spart uns das viel Zeit.


Kleine Camping-Upgrades mit großer Wirkung
Neben den großen Umbauten waren es vor allem einige kleinere Verbesserungen, die unseren Campingalltag noch einmal deutlich komfortabler gemacht haben. Viele davon wirken auf den ersten Blick unscheinbar – unterwegs möchten wir sie heute aber nicht mehr missen.
Zweite Batterie – mehr Freiheit beim Campen
Eine sehr sinnvolle Erweiterung unseres VW Multivans war der Einbau einer zweiten Batterie, einer sogenannten Versorgungsbatterie. Sie versorgt Verbraucher wie Kühlschrank, Beleuchtung oder USB-Steckdosen mit Strom, ohne dabei die Starterbatterie zu belasten. Gerade auf Roadtrips oder beim Freistehen gibt uns das die Freiheit, mehrere Tage autark unterwegs zu sein, ohne ständig an den nächsten Stromanschluss denken zu müssen.
Ganz so einfach, wie wir uns den Einbau zunächst vorgestellt hatten, war das allerdings nicht. Durch die bereits verbauten niedrigen Aguti-Sitzkästen für unsere Drehsitze stand unter dem Fahrersitz deutlich weniger Platz zur Verfügung als im Originalzustand. Eine herkömmliche Blei-Batterie kam deshalb für uns nicht mehr infrage.
Nach langer Recherche stieß Matthias schließlich auf eine 100-Ah-LiFePO₄-Batterie von Renogy, die auch liegend eingebaut werden kann. Dadurch konnten wir den vorhandenen Sitzkasten weiterverwenden und mussten keine zusätzlichen Änderungen am Fahrzeug vornehmen. Für uns war das die ideale Lösung, da wir trotz des begrenzten Platzangebots genügend Kapazität für unseren Campingalltag gewinnen konnten.
Zusätzlich ließen wir unter dem Fahrersitz einen Victron Orion-Tr Smart 12/12-18 Ladebooster verbauen. Dieser sorgt dafür, dass die Versorgungsbatterie während der Fahrt optimal geladen wird und schützt moderne Fahrzeuge gleichzeitig vor Ladeproblemen, wie sie durch intelligente Lichtmaschinen entstehen können.
Unser Mechaniker hatte beim Einbau zwar einiges zu tüfteln, da unter dem Sitz durch die Batterie, den Ladebooster und die übrige Technik nur sehr wenig Platz zur Verfügung stand. Am Ende fand jedoch alles seinen Platz und funktioniert bis heute zuverlässig.


Fiamma F43 Markise – Schatten und Schutz bei jedem Wetter
Die Fiamma F43 Markise gehört zu der Ausstattung, auf die wir heute nicht mehr verzichten möchten. Sie lässt sich schnell und mühelos ein- und ausfahren und hat sich auf unseren Reisen auch bei Regen bestens bewährt. Im Sommer spendet sie angenehmen Schatten, bei schlechtem Wetter schafft sie einen geschützten Platz vor dem Camper und Campingtisch sowie Stühle können problemlos darunter stehen bleiben.
Besonders praktisch finden wir die beiden Seitenstangen der Markise. Dort hängen wir unterwegs nasse Handtücher, Badekleidung oder Kleidung zum Trocknen auf. Zusätzlich haben wir unter der Markise eine LED-Leiste montiert, die unseren Platz am Abend angenehm ausleuchtet. So entsteht ein gemütlicher Außenbereich, in dem wir gemeinsam essen, spielen oder einen langen Urlaubstag entspannt ausklingen lassen können. Gerade mit Kindern verbringen wir einen großen Teil des Tages draußen – deshalb hat sich die Markise für uns schon unzählige Male bezahlt gemacht.
Schiebefenster – klein, aber unglaublich praktisch
Ein weiteres Upgrade war das nachträglich eingebaute Schiebefenster in der Schiebetür. Vor allem an warmen Sommertagen und -abenden sorgt es für eine deutlich bessere Luftzirkulation im Fahrzeug und macht das Schlafen wesentlich angenehmer.
Aber nicht nur auf dem Campingplatz möchten wir es nicht mehr missen. Auch während der Fahrt lassen wir das Schiebefenster häufig ein Stück geöffnet, um frische Luft in den Innenraum zu lassen – besonders an heißen Tagen ist das für die Kinder auf den hinteren Sitzen deutlich angenehmer.
Als Nächstes möchten wir dafür noch einen Insektenschutz nachrüsten. So können wir das Fenster auch nachts geöffnet lassen, ohne dass Mücken oder andere Insekten ins Fahrzeug gelangen.
Es sind oft genau diese kleinen Verbesserungen, die den Campingalltag Stück für Stück komfortabler machen und die wir nach unseren Reisen nicht mehr missen möchten.


Würden wir unseren VW Multivan heute wieder zum Familiencamper ausbauen?
Wenn uns heute jemand fragen würde, ob wir unseren VW T6.1 Multivan noch einmal Schritt für Schritt zum Camper ausbauen würden, wäre unsere Antwort ganz klar: Ja.
Natürlich hat uns der Ausbau Zeit, Geld und viele Stunden Planung gekostet. Gleichzeitig entstand dadurch aber genau der Familiencamper, der perfekt zu unserer Art zu reisen passt. Statt uns von Anfang an für einen fertigen VW California oder ein großes Wohnmobil zu entscheiden, konnten wir unseren Multivan genau nach unseren Bedürfnissen weiterentwickeln. Jede Veränderung entstand aus unseren eigenen Erfahrungen auf Reisen und nicht aufgrund eines festen Ausbauplans.
Unsere 5 besten Umbauten bei unserem VW Multivan
SCA 290 Aufstelldach statt Dachzelt
Mehr Komfort, direkter Zugang vom Innenraum und entspanntes Campen bei jedem Wetter.
Zwei Einzelsitze statt Dreiersitzbank
Mehr Bewegungsfreiheit, zusätzlicher Stauraum und ein praktischer Durchgang zum Kofferraum.
Optimiertes FRED Bettsystem
Schneller Auf- und Abbau sowie deutlich mehr Stauraum unter dem Bett.
Zweiteiliger Heckauszug mit Euroboxen-System
Jede Kiste hat ihren festen Platz und ist jederzeit schnell erreichbar.
Selbst gebautes Außenboxen-System
Zusätzlicher Stauraum für sperrige Ausrüstung, Wasserkanister und Auffahrkeile.
Der größte Vorteil für uns: Unser VW Multivan ist im Alltag ein ganz normales Familienauto, mit dem wir die Kinder in die Schule bringen, einkaufen fahren oder alltägliche Erledigungen machen. Gleichzeitig verwandelt er sich innerhalb kurzer Zeit in unseren voll ausgestatteten Familiencamper. Wir brauchen also kein zusätzliches Campingfahrzeug und müssen auch kein großes Wohnmobil im Alltag bewegen oder einen zweiten Stellplatz dafür einplanen.
Ein weiterer Pluspunkt ist die Größe. Im Vergleich zu vielen Wohnmobilen oder größeren Campern kommen wir mit unserem Multivan nahezu überall problemlos hin – egal ob durch enge Altstädte, auf kleine Campingplätze, in Parkhäuser oder auf kurvige Passstraßen. Genau diese Flexibilität schätzen wir auf unseren Roadtrips durch Europa besonders.



Natürlich ist ein selbst ausgebauter VW Multivan nicht für jede Familie die richtige Lösung. Wer möglichst wenig Zeit in Planung oder Umbauten investieren möchte, ist mit einem fertig ausgebauten Camper möglicherweise besser beraten. Für uns war gerade der Weg dorthin jedoch ein Teil des Abenteuers. Unser Camper ist Stück für Stück gemeinsam mit unserer Familie gewachsen – und genau deshalb passt heute alles so gut zu unserem Reisealltag.
Was wir nach mehreren Jahren Camper-Ausbau gelernt haben
Wenn wir heute auf die letzten Jahre zurückblicken, würden wir unseren VW Multivan wieder genauso ausbauen – nämlich Schritt für Schritt. Wir hatten nie den Plan, von Anfang an den perfekten Familiencamper zu bauen. Stattdessen haben wir unseren Camper mit jeder Reise weiterentwickelt. Immer dann, wenn uns unterwegs etwas gefehlt hat oder wir gemerkt haben, dass sich ein Ablauf vereinfachen lässt, entstand die Idee für den nächsten Umbau.
Genau deshalb ist unser VW Multivan heute so, wie er ist. Nicht, weil wir von Anfang an alles perfekt geplant hätten, sondern weil jede einzelne Veränderung aus unseren eigenen Erfahrungen entstanden ist. Viele der besten Lösungen – vom Bettsystem über den Heckauszug bis hin zu den Außenboxen – sind nicht in der Garage entstanden, sondern nach vielen Campingurlauben und Roadtrips mit unseren Kindern.
Unsere wichtigsten Erkenntnisse
Lieber Schritt für Schritt ausbauen.
Jede Reise zeigt, was sich bewährt und wo noch Verbesserungspotenzial besteht.
Ordnung spart jeden Tag Zeit.
Ein gut organisierter Camper macht den Unterschied – besonders beim häufigen Auf- und Abbau auf Roadtrips.
Komfort muss nicht teuer sein.
Manche unserer besten Lösungen, wie die umgebaute Puppenküche oder der erste Kofferraumauszug, entstanden mit viel Kreativität statt mit großem Budget.
Investiert dort, wo ihr den größten Nutzen habt.
Für uns waren das das Aufstelldach, die Markise und das durchdachte Stauraumkonzept.
Der perfekte Camper sieht für jede Familie anders aus.
Es gibt nicht die eine richtige Lösung – wichtig ist, dass der Ausbau zu euren Reisen, eurem Alltag und euren Bedürfnissen passt.
Unser VW Multivan entwickelt sich mit jeder Reise weiter
Auch heute würden wir nicht behaupten, dass unser Camper „fertig“ ist. Wahrscheinlich wird er das auch nie sein – und genau das macht für uns den Reiz aus.
Nach nahezu jedem Campingurlaub kommen wir mit neuen Ideen nach Hause. Mal sind es nur kleine Verbesserungen, manchmal größere Umbauten. Unser VW T6.1 Multivan hat sich in den letzten Jahren gemeinsam mit unserer Familie weiterentwickelt und wird das vermutlich auch in Zukunft tun.
Für uns war der Umbau zum familienfreundlichen Camper eine der besten Entscheidungen überhaupt. Er schenkt uns die Freiheit, spontan aufzubrechen, neue Orte zu entdecken und unvergessliche Erinnerungen als Familie zu sammeln. Genau darum geht es für uns beim Campen – nicht darum, den perfekten Camper zu besitzen, sondern gemeinsam unterwegs zu sein.
Wenn ihr gerade selbst überlegt, euren VW Multivan zum Camper umzubauen, hoffen wir, dass euch unsere Erfahrungen bei eurer Entscheidung weiterhelfen konnten. Vielleicht nimmt euch unser Beitrag die eine oder andere Unsicherheit – und inspiriert euch, euren Camper ganz nach euren eigenen Bedürfnissen zu gestalten.
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